Ich habe gelernt, dass sich die Themenvielfalt der wissenschafltlichen Theorien u.a. entlang eines horizontalen- und vertikalen Horizonts unterscheiden lässt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Soziologie sich in einem opaken Verhältnis der richtungswendenden Maßstäbe der genannten Unterscheidung nicht vereinheitlichen lässt. Die Feststellung einer vertikalen Hierarchie impliziert den Auschluss einer horizontalen Rangordnung. Nicht in dem Sinne, dass die flache Beschaffenheit eines wechselseitigen Dialogs der gewissermaßen in sich progressiv ruhenden Existenz verharrt, denn - unter jenen finden vielleicht die zukunftsweisenden wissenschaftlichen Ideen statt -, sondern vielmehr produziert die Wissenschaft entlang institutionalisierten Rängen einen Status der Erkenntnis, der sich aus einem Wissenspool (bislang) etablierter Ideen ableiten lässt. Das System ist nunmal so wie es ist. Innerhalb der Soziologie - und gerade dort - muss es doch möglich sein, neue theoretische Ideen in dem Sinne zu äußern, dass diese auch in der bestehenden Mannigfaltigkeit etablierter Ideen neben der Kontroverse zeitgenössischer Koryphäen Zustimmung finden. Es ist doch aus heutiger Sicht absurd zu meinen, dass eine Inventur der Soziologie nur dann möglich ist, wenn man eine bestehende oder auch umstrittene Theorie akzeptiert, da sie ein historisches Potenzial in sich trägt.
Dies möchte ich gerne diskutieren. Thx ...
Wissenschaft und Hierarchie
(8 posts) (5 voices)-
Posted 1 year ago #
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man verzeihe mir die Schreibfehler ;-)
Posted 1 year ago # -
Zuerst mal zwei Lektürehinweise, falls Du diese noch nicht kennst. Die Texte sind sehr unterschiedlich, sprechen aber einige Punkte an, die Du genannt hast:
Abbott, Andrew, 2001: Chaos of disciplines. Chicago/London: University of Chicago Press.
Bourdieu, Pierre, 1975: The specificity of the scientific field and the social conditions of the progress of reason. In: Social Science Information 14, 19-47.Dann würde mich interessieren, ob Du Dich auf bestimmte Literatur beziehst (bitte nennen), oder ob es sich um eigene Beobachtungen handelt.
Das mit der "Inventur der Soziologie" im Zusammenhang mit Innovation (in der Soziologie), darum scheint es Dir ja zu gehen, habe ich nicht verstanden. Könntest Du das bitte genauer ausführen?
Posted 1 year ago # -
hmmm...
"""Ich habe gelernt, dass sich die Themenvielfalt der wissenschafltlichen Theorien u.a. entlang eines horizontalen- und vertikalen Horizonts unterscheiden lässt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Soziologie sich in einem opaken Verhältnis der richtungswendenden Maßstäbe der genannten Unterscheidung nicht vereinheitlichen lässt."""
wer sagt das?
"""Die Feststellung einer vertikalen Hierarchie impliziert den Auschluss einer horizontalen Rangordnung."""
auch eine vollmundige behauptung - und wie auch die vorherige zu abtstrakt um sie zu beweisen.
""Nicht in dem Sinne, dass die flache Beschaffenheit eines wechselseitigen Dialogs der gewissermaßen in sich progressiv ruhenden Existenz verharrt, denn - unter jenen finden vielleicht die zukunftsweisenden wissenschaftlichen Ideen statt -, sondern vielmehr produziert die Wissenschaft entlang institutionalisierten Rängen einen Status der Erkenntnis, der sich aus einem Wissenspool (bislang) etablierter Ideen ableiten lässt.""
"progressiv ruhend" ist ziemlich widersprüchlich wenn du mich fragst. und wie ist der dialog, bzw was ist ein flacher dialog? meinst du die amplitude? die sinnhaftigkeit des "satzanfängs" möchte ich gänzlich bezweifeln. du wisrt noch ein wenig üben müssen. da war schon schütz um klassen besser!
"""sondern vielmehr produziert die Wissenschaft entlang institutionalisierten Rängen einen Status der Erkenntnis, der sich aus einem Wissenspool (bislang) etablierter Ideen ableiten lässt"""
schon besser. könnte man aber auch einfacher ausdrücken: wissenschaft ist ein farce. ihre theorie suggeriert, was die praxis ausschließt: demokratie und fortschritt.
wieso sagst du nicht einfach was dich abnervt, anstatt dich in diesen äußerst distinktiven formulierungen zu verlieren, die letztlich eher fragen aufwerfen, als antworten zu geben? ja ich weiß - du bist ein soziologe - aber zumindest hier sollte man sich einigermaßen intersubjektivverständlich ausdrücken.
"""Das System ist nunmal so wie es ist. Innerhalb der Soziologie - und gerade dort - muss es doch möglich sein, neue theoretische Ideen in dem Sinne zu äußern, dass diese auch in der bestehenden Mannigfaltigkeit etablierter Ideen neben der Kontroverse zeitgenössischer Koryphäen Zustimmung finden."""
"""Es ist doch aus heutiger Sicht absurd zu meinen, dass eine Inventur der Soziologie nur dann möglich ist, wenn man eine bestehende oder auch umstrittene Theorie akzeptiert, da sie ein historisches Potenzial in sich trägt."""
von einer inventur würde ich gerade abraten. hieße das nicht, alles wieder von vorne durchzukauen? dann müssten wir doch schon längst am ziel sein - aber nein - wir sind am ende!
wenigstens stehst du auf der richtigen seite. ich sage nur: internet. was wir brauchen ist eine brain-cloud, die wir allmählich so mit fakten UND ideen vollpumpen, dass wissenschaftliche arbeit für drittklässler möglich wird - modular. wiki hat auch mal klein angefangen. literaturrecherche mit einem klick. die wichtigsten fakten sofort präsent. der totale überblick per cloud-display. mit einem mausklick ins nächste universum. was uns interessiert ist nicht die summe, sondern das detail. den rest erledigt die logische kombination der elemente. eine ganz neue dimsnison von komplexität wird entstehen. der mensch wird zum sandkorn. wad dein prof sich in jahrelanger syssiphusarbeit angelesen hat ist nichst mehr gegen die macht deines smartphones, mit dem du selbst noch auf der mcdonald-toilette an einer besseren welt und deiner ganz persönlichen rache arbeiten kannst.
kannst du programmieren? oder hast du ein großes netzwerk? geld? wir brauchen alles und jeden. vom klemptner der sich um die verstopften abflüsse unserer mentalen urinale kümmert bis hin zum professor, der sich für einen dolchstoß nicht zu schade ist.
be there - or be SQARE!
http://www.youtube.com/watch?v=szN-ApQA-o0
Ich kenne keine Schminke, und mein Gesicht
verbirgt nicht, wie es in meinem Inneren
aussieht. Ich bleibe mir, auch bei meinen
Verächtern, so treu, daß selbst diejenigen
meiner Anhänger mich nicht verleugnen können,
die sich Aussehen und Ansehen eines Weisen
verschafft haben, dennoch aber eher Affen
gleichen, die in Purpur gewickelt sind, oder
Eseln, die sich im Löwenfell verstecken. Mögen
sie sich noch so beflissen verstellen, ein paar
Eselsohren werden doch stets sichtbar bleiben
und den Midas verraten (Erasmus).Posted 1 year ago # -
@sozio19: Interessant. Erst mal verstehe ich den "horizontalen- und vertikalen Horizont" nicht richtig. Sind das (kategoriale) Dimension in der Wissenschaft?
Posted 1 year ago # -
LOL. Ich glaub der Threadsteller ist mit seinem Anliegen auf dem Weg zu einer transformativen Hermeneutik der Quantengravitation. Wenden sie sich bitte an Joachim Stiller oder Alan Sokal.
Posted 1 year ago # -
Komisch, finde ich gar nicht so sehr. Ich habe nur noch nicht alles verstanden...
Frage 2) zu "Es ist doch aus heutiger Sicht absurd zu meinen, dass eine Inventur der Soziologie nur dann möglich ist, wenn man eine bestehende oder auch umstrittene Theorie akzeptiert, da sie ein historisches Potenzial in sich trägt."
=> nehmen wir es erst mal auseinander
2b) "wenn man eine bestehende oder auch umstrittene Theorie akzeptiert, da sie ein historisches Potenzial in sich trägt." (wenn B dann C)
=> das ist erst mal eine eigenständige These. Ich würde die Frage B, ob eine eigenständige Theorie ein historisches Potenzial in sich trägt externalisieren - separat diskutieren. Also bleibt erst mal nur B.
2c) "Es ist doch aus heutiger Sicht absurd zu meinen, dass eine Inventur der Soziologie nur dann möglich ist, wenn "
=> Wenn A dann B==> das sehe ich genauso - sprich' ich find es genauso absurd. Eine Inventur kann und sollte immer erfolgen. Auch Soziologie evoluiert.
===> Ich fände es jetzt gut wenn sozio19 meritokratisch wieder den Threadfaden des Interaktionszusammenhangs (vgl. André Kieserling) übernimmt. Dann können wir die Thesen auch sauber Weber-ianisch klären. Sorry, aber ich bin ein kleiner Weber-Fan. Aber ich mag' auch andere Theoretiker wie Bourdieu.
Posted 1 year ago # -
Glaubt's mir, der Threadsteller lacht sich vor seinem Monitor schlapp, wenn er sieht, wie hier Leute aus dem absichtlich (!) "opaken" Kauderwelsch Sinn extrahieren glauben zu können. Eventuell sollten seine Sätze wirklich mal aussagen- und prädikatenlogisch sowie mit Definitionen der schrägen Wortkompositionen aufgearbeitet werden, um sie einem Verstehen zugänglich zu machen.
Einfacher wäre es natürlich, wenn Sozio19 sein Anliegen nochmal normalsprachlich beschreiben würde.
Posted 1 year ago #
Antwort
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