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Soziologie Forum » Allgemeine Diskussion

Was denkt Ihr über die Lehre an den Hochschulen?

(64 posts) (6 voices)
  • Vor 1 year von dieter gestartet
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123weiter »
  1. dieter
    Mitglied

    Reformbedürftig ist die Hochschule zweifelsfrei, darüber besteht ein breiter Konsens. Uneinig ist man sich jedoch darüber, wie die Uni der Zukunft auszusehen und zu funktionieren hat.

    Während neo-liberale Kräfte einher mit wirtschaftlichen Interessengruppen eine stärkere Orientierung am Markt und den gesellschaftlichen Erfordernissen fordern, gerät das eigentliche Problem m.E. aus dem Blick.

    Bei diesem Artikel musste ich zumindest sehr an Deutscheland denken. Sehr viel anders ist das hier auch nicht. Oder?

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,734775,00.html

    Wenn ich mal resümiere, wie die Klausuren und Prüfungen gelaufen sind, dann sehe ich da eine deutliche Schieflage der didaktischen Konzeption der Studiengänge. Wissen, was XY und Co gesagt haben ist alles - während Kreativität, die Fähigkeit Schlussfolgerungen zu ziehen usw. eigentlich vollkommen ins Hintertreffen geraten sind. Man darf Beck zwar lesen, sollte sich aber wohl nicht wagen, zu schreiben wie dieser - selbst wenn dies finanziell wohlmöglich gute Aussichten beiten würde und dem Anliegen der "soziologischen Aufklärung" (der breiten Massen) durchaus entgegenkommen würde.

    Was sagt XY zum Thema YZ? Und haben Sie verstanden, was er da sagt? Diese Fragen umschreiben den Rahmen dessen, was die Herren Professoren interessiert, m.E. rcht gut. Sicher - es gibt rühmliche Ausnahmen - aber man kann durchaus fragen: wie lange noch? Und ebenso könnte man behaupten, dass das Schema "wissenschaftliches Arbeiten" immer mehr zum reinen Distinktions- und nach dem Prinzip der "Hörigkeit" funktionierenden Selektionsmechanismus verkommt.

    Was denkt Ihr darüber? Und welche Veränderungen würdet Ihr Euch wünschen? Was st da eigentlich ins Hintertreffen geraten? Und ist die deutsche Uni fit für die Zukunft?

    Klare Aussagen würde ich bevorzugen. Dass Schlussfolgerungen usw. schwer zu bewerten ist - das ist ebenso vollkommen klar wie die Tatsache, dass das Wissen über Konzepte, Theorien udn Befunde et.al. durchaus auch positive Auswirkungen auf das Verständnis und die Abstraktionsfähigkeit haben. Utopien sind also keineswegs blind, sondern wohl vielmehr ein Ausdruck von Urteilsfähigkeit und Charakterstärke - von einer gewissen Resistenz gegen diese gewissen Bemühungen der verantwortlichen, die - wie wir hoffentlich alle wissen - auch nur mit Wasser kochen und am Ende frei nach Gusto entscheiden, was auf den Lehrplan kommt usw usf.

    Posted 1 year ago #
  2. dieter
    Mitglied

    Was habt Ihr eigentlich gelernt?

    Und fühlt Ihr Euch qualifiziert?

    Was könnt Ihr mit Eurem Wissen anfangen?

    Was ist davon geblieben?

    Und fühlt Ihr Euch nicht auch manchmal wie praxisferne Unwissende, wenn Ihr zB Stellenanzeigen lest?

    Wird die soziolog. Lehre den Erfordernissen des Alltags und der Arbeitswelt gerecht?

    Seht Ihr die Schuld für die fragenden Blicke der Personaler nicht auch manchmal bei den Profs?

    Und habt Ihr nicht auch das dumpfe Gefühl, dass die Lehre auf gewisse "Charaktereigenschaften" hinausläuft?

    Dass gewisse Gruppierungen und Begabungen systematisch benachteiligt werden?

    Dass damit vielleicht sogar gewisse Interessen verfolgt werden?

    Das Luhmann mit seiner binären Codierung der Wissenschaft schlichtweg voll daneben liegt - und man zu Beweiszwecken vielleicht am besten sein Werk heanzieht?

    Dass die Soziologie strikt ihrer eigenen Logik folgt und das Wohlergehen ihrer Lehrlinge ihr letztlich herzlich egal ist?

    Dass - würdet ihr es wagen ein solch bescheuertes Konzept wie die Profs sie teils vertreten - Euch nieman zuhören würde, es aber niemand interessiert, dass Ihr so denkt, wenn diese ausgesprochenen Dämlichkeiten dann Thema der Klausur sind?

    Dass die Leistung im Studium eigentlich darin besteht, aus dem riesgen Wirrwarr aufeinander verweisender nicht-aussagen und Unwörter der absichtlich langen Rede kurzen Sinn herauszufinden?

    Und die eigentliche Frage eigentlich lauten sollte: warum ist dieses Buch so dick und warum darf der alte so viel sabbeln, während ich gar nix sagen darf?

    Posted 1 year ago #
  3. dieter
    Mitglied

    und dass letztlich die am besten abschneden, die am besten fressen udn kotzen können, sich keine fragen stellen - und hinterfragen letztlich nix bringt, außer zeitproblemen und schlechten ergebnissen?

    Posted 1 year ago #
  4. dieter
    Mitglied

    Und da - außeruniversitärer - Erfolg sich am ehesten bei denen einstellt, welche sich schon im Verlauf des Studiums mittels Nebenfächern, Spezialisierungen und einschlägigen Praktika von der "Soziologie" im "wissenschaftlichen" Sinne distanzieren, die Profs - wenn sie über die außeruniversitäre Erfolgeschichte verweisen - sich also stets auf die berufen, die wohl eher dafür plädieren würden, die Soziologie zum Bestandteil sachlich konkretisierter Studiengänge zu machen und "hinter ihrem Rücken" Schimpf und Schande über sie verbreiten - udn der Student so gesehen wirklich in einer Zwickmühle steckt, insofern er sich jeweils recht eindeutig für ein nachhaltiges "pro" oder auch "contra" entscheiden muss?

    Posted 1 year ago #
  5. dieter
    Mitglied

    Und dass die Verheißunge dieser Wissenschaft letztlich nichts als Ammenmärchen sind, die suggerieren, man könnte mit Worten etwas bewegen - ohne aber zuzugestehen, dass sie damit jährlich zumindest hunderte in den ruin reiben, weil einem nicht-prof niemand zuhört, kurzum unterschiedliche spielregeln nebeineinader laufen, das ganze gefasel auch nicht alles ist und man damit in der großen weiten welt eher auf gelächter als auf offene ohren stößt?

    Posted 1 year ago #
  6. dieter
    Mitglied

    und der prof euere empirische arbeit nach belieben in grund und boden stampfen kann, dies auch gern mal tut - und zwar obwohl ihr euch - die tiefenschärfe und struktur betreffend - an dem dünnpfiff orientiert habt, den er im jahre X verzapft hat, während ihr in der arbeit nichtmal nen ton drüber sagen könnt, dass die interessenfokussierte propaganda, welche sich stets auf diese beruft, auf nix anderem als empirischem wurstsalat beruht, der - wohlmöglich vollkommen offensichtlich mit absicht - über wichtige aspekte hinweggeht, fragen einfach ausklammert ohne deren fundamentale bedeutung zu berücksichtigen - und am ende nix als weitere fragen aufwirft, die aber keiner stellt - während ihr vermittels des prinzips der wissenschaftlichkeit und sonstigen restriktionen dazu gezwungen werdet, generös über seine unzulänglichkeit hinwegzusehen?

    Posted 1 year ago #
  7. dieter
    Mitglied

    Und hat Euch nach Eurer "Aluminierung" nicht dermaßen der Arsch gebrannt, dass ihr Euch dem im wahrsten Sinne beschissenen Gefühl, dass die schwulen Profs Euch gerade sprichwörtlich das Hirn rausgevögelt haben, kaum noch entziehen konntet?

    :D

    Posted 1 year ago #
  8. schworder
    Mitglied

    dieter, Du hast Dich in Rage geschrieben. Nichtsdestotrotz möchte ich hier in aller Deutlichkeit sagen, dass "schwul" nicht als Schimpfwort zu benutzen ist! Ich spare mir die Begründungen, Du bist ausreichend intelligent. Im alten Forum hätte ich diesen letzten Beitrag ohne mit der Wimper zu zucken gelöscht.

    Inhaltlich sprichst Du Punkte an, die diskussionswürdig sind. Ich habe dazu Fragen:
    Sprichst Du ausschließlich über das Studium der Soziologie oder gehen Deine Kritikpunkte darüber hinaus, siehst Du die Probleme also auch bei anderen Studienfächern?
    Sprichst Du über die neue Studienstruktur, oder bezieht sich Deine Kritik auch auf die Zeit von Diplom/Magister?

    Posted 1 year ago #
  9. -
    Mitglied

    Es gab mal Zeiten, da war es Ziel eines Studiums autarke Denker hervorzubringen. Die sind spätestens seit dem Bolognaprozess in den meisten Fächern vorbei, da sich hochschulpolitisch der Irrglaube durchsetzen konnte, der Expertiseerwerb sei als lineares, notenfixiertes Abarbeiten von modulartig vorgefertigten Wissensbestände mit klar definierten Workloads erreichbar. Leider wird durch das starke regulieren und abprüfen auch implizit unterstellt, dass Studierende von Natur aus faul, desinteressiert und unmündig seien und daher einem extrinsischem Anreizsystem unterworfen werden müssten. Ich hab selten so ein dummes Zeug gehört.

    Posted 1 year ago #
  10. dieter
    Mitglied

    @ schworder

    Bis du etwa Admin? Wie auch das Wort "Jude" benutze ich das Wörtchen "schwul" eigentlich erher als Synonym. Wird das denn nicht deutlich? Du kannst es gerne durch geschlechtskrank ersetzen und Dir dabei bewusst sein, dass dieses Speilchen noch ein wenig weiter gehen könnte! Und wenn ich von Juden spreche, dann meine ich eigentlich Sündenböcke, wie schon a.o. gesagt.

    Ich spreche über "das Studium" an sich - im zeitlosen Sinne - und rede hier von der Soziologie, weil diese ja in besonderer Art und Weise betroffen ist und wir keine Biologen, Chemiker und Rechtswissenschaftler sind.

    @ -

    "Es gab mal Zeiten, da war es Ziel eines Studiums autarke Denker hervorzubringen". Dieser Gedanke wurde damals stark betont. Das war diese zeit, das Ganze ein Zeitgeist - und zwar auch insofern, als dass er niemalsmehr als spukte und keine fassbare Gestalt angenommen hat.

    Dass es mit Bologna weiter bergab ging denke ich auch. Andererseits hingegen scheint mir der BA durchaus auch Vorteile zu bieten. Etwa aus der familiensoziologischen (-politischen) Perspektive - und die Sesselpupser im Elfenschweinturm hat er wie keine andere Maßnahme zuvor mal dazu animiert, ihr handeln zu überdenken und endlich mal was zu ändern.

    Ceterum censeo Carthaginem esse delendam und dass das Studium bis dato mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit und trotz guter Absichten immer eher das Gegenteil hervorgebracht hat. Autarke Denker findet man wohl allerhöchstens als Eremiten irgendwo im Busch!

    Posted 1 year ago #
  11. dieter
    Mitglied

    doch zurück zur soziologischen lehre...

    auf der einen seite haben wir die "wissenschaftliche freiheit" der (zumeist noch) lebenslang abgesichterten professorenschaft mit all ihren privilegien.

    und auf der anderen seite? wie sieht es da mit der wissenschaftlichen freiheit aus? und sind die derzeitigen bedingungen im hinblick auf wissenschaftlichen fortschritt aussichtsreich?

    bremst sich die wissenschaft - und gerade die soziologie - nicht zunehmend selbst aus, indem sie unüberschaubare mengen an unbedingt zu berücksichtigendem material liefert, selten systematisch arbeitet, die leser zerstreut, blendet, ihnen die zeit stiehlt, immer nur die hälfte vermittelt und nie genug, um wirklich verstehen zu können, was da nun wirklich vor sich geht, und den nicht-profs immer rigidere vorschriften darüber macht, wie sie zu denken und zu schreiben haben?

    allein die sache mit den fragestellungen... nicht nur, dass das zeitraubend ist, man wird auch gezwungen, sich inhaltlich auf das (wenige) zu beschränken, was erfragbar ist und dann auch noch strikt dabei zu bleiben.

    die gedanken mögen ja frei sein - aber der keuschheitsgürtel der wissenschaftlichkeit ist derart eng und effektiv, dass er schlichtweg als freiheitsberaubung und gleichfalls nötigung interpertiert werden muss, wenn wir von mündigen und nicht nur erfolgsorientierten subjekten reden, die mehr von den dingen verstehen, als messungen und mutmaßungen suggerieren.

    Posted 1 year ago #
  12. dieter
    Mitglied

    und macht sich diese stets um "eindeutigkeit" und "fakten" bemühte wissenschaft nicht immer mehr selbst zum kasper, indem sie ihre eigenen fehler vergangener zeiten aufdeckt - und dennoch nicht systematisch berücksichtigt?

    "wir wissen es nicht genau" - besser noch: "eigentlich kann man gar nicht wissen" und sonstige relativierungen, differnezierungen und konsorten wären teils deutlich besser dazu in der lage, den stand der dinge einzufangen, als tausende seiten hochtrabendes geschwafel, bei dem am ende und zwischen den mit vollmundigen ist-sätzen, unwörtern und nichtaussagen vollgestopften zeilen ohnehin nix anderes herauskommt?

    Posted 1 year ago #
  13. dieter
    Mitglied

    dazu:

    und ist es nicht ebenso beschränkt wie rückständig, einseitig und sinnlos, die wahrnehmung und das denken der rezipienten soziologischen wissens so chronisch zu vernachlässigen, in keiner zeile mit ihm in dialog zu treten und die bestandteile von ihm anzusprechen, die nach antworten verlangen (und zumeist dazu bewogen haben, den käse zu lesen)?

    den leser würde doch sicherlich interssieren, WARUm man etwas macht, ganz zu schweigen von der antwort auf die nicht selten seltsam offen gelassene frage, WAS man da eigentlich macht (womit v.a. die theoretiker angesprochen sind).

    gleiches gilt auch für die frage, warum der eine oder andere trotz widesprüchlicher datenage zu EINDEUTIGEn schlussfolgerungen kommt. da kann man doch nur schlechts denken und untestellen, dass es um interessen geht, sich fragen, warum der/die noch prof ist - und vor allem: warum die relativitätstheorie der sozialwissenschaften noch nicht gekocht wurde.

    Posted 1 year ago #
  14. dieter
    Mitglied

    eherlicher wäre es zudem gleich auch offen zu legen, wofür man etwas macht. diese ganze "wissenschaftliche unschuld", die in der soziologie so gern zelebriert wird, ist nix als fadenscheinig, hochgradig verdächtlich, einfach ansößig und nicht zuletzt wohlmöglich geradezu kontraproduktiv.

    nicht nur,dass der weisheit letzter schluss stets dem leser überbleibt - mit ungeahnten folgen. nein - diese methodik schreit geradezu nach anderen formen der ergebnisorienterung, welche - wie man js hoffentlich weiß - gang und gäbe in der wissenschaftlichen praxis sind.

    Posted 1 year ago #
  15. dieter
    Mitglied

    mir persönlich ist eine klare argumentation, die sich nicht nur auf ausschnitte des gegenstandes beschränkt und einfach die ansicht verfolgt, dass diese und jene die besten handlungsalternativen für das problem XY sind - also genau das, was ich in der soziologie nie gelesen habe - immer noch lieber, als dieses ganze geschwafel, bei dem am end ohnehin nix anderes rauskommt, als dass BigBoss irgendwann hergeht und macht was ihm gerade dazu einfällt.

    Nicht nur, dass die SOWI-Praxis mich insofern an das elende gejammer eines kastrierten katers erinnert, der inzwischen zu feige ist, in mehr als seinen eigenen schwanz zu beißen - nein - das grenz geradezu an selbstverstümmelung, an selbstzerstörung, an bedingungslose kapitulation und lässt auf nix anderss schließen als auf eine fortschreitende geistige Verwirrung, welcher ich einstmals das mE sehr passende Label "Demente Gesellschaft" verliehen habe.

    Posted 1 year ago #
  16. dieter
    Mitglied

    Wie überzeugt man also einen "Leser", wenn man ihn nicht überzeugen darf, wenn man ihn nicht einmal ansprechen darf?

    Mit "Fakten" - ja - aber ist das gut - oder bewegen wir und immer dann wenn wir von fakten reden nicht auf dem dünnen eis unterstellter erfahrbarkeit, glaubhaftigkeit und nachvollziehbarkeit?

    zur debatte stehen hier insofern durchaus auch die grundlegenden prämissen wissenschaftlichen denken und handelns, welche sich, allem fadenscheinigen glanz zum trotz, doch schon recht offensichtlich selbst widersprechen und letztlich in einem mehr als eklatanten widerspruch zur praxis und auch der wahrscheinlichkeit stehen, dass die verantwortlichen sich auch tatsächlich entsprechend verhalten.

    Posted 1 year ago #
  17. schworder
    Mitglied

    Ja dieter, im alten Forum hatte ich Moderatorenrechte, zumindest das Recht Beiträge zu löschen. Und wenn ich Deine Erklärung lese, aus welchen Gründen bzw. dass Du "schwul" und "Jude" als Synonyme verwendest, dann fällt mir nichts mehr dazu ein. Da ich Dich nicht mittels Beitragslöschung disziplinieren kann, fordere ich Dich erneut auf, dies zu unterlassen.

    Posted 1 year ago #
  18. dieter
    Mitglied

    http://www.youtube.com/watch?v=m-Bn18clBF0

    @ schworder

    die anzahl derer, die das schon vor dir vergeblich versucht haben, ist inzwischen ziemlich groß. also denk mal scharf nach und komm auf den boden der tatsachen zurück.

    Posted 1 year ago #
  19. dieter
    Mitglied

    anm: da von meinungsfreiheit im alten forum nicht die rede sein konnte - denn schließlich verschwanden immer wieder hochqualitativ beiträge von mir und anderen - und zwar ohne, dass sie irgendetwas anstößiges enthalten hätten - betrachte ich deine entmachtung als fortschritt und ... fordere dich dazu auf, dich fortan wie jeder andere hier zu verhalten und diese anmaßenden versuche der einflussnahme (insb. auf den prozess der wahrheitfindung) zu unterlassen [...].

    Posted 1 year ago #
  20. dieter
    Mitglied

    http://www.youtube.com/watch?v=1hYV-JSjpyU

    Posted 1 year ago #
  21. schworder
    Mitglied

    Du darfst Dir sicher sein, dass ich nicht dafür verantwortlich zeichnete, inhaltliche Beiträge entfernt zu haben. Mir ist nicht an Zensur gelegen. Ich war in meinem ersten Beitrag weiter oben präzise hinsichtlich des Beitrags, den ich gerne entfernt sähe. Und dieser hatte ja tatsächlich keinen Mehrwert für Deine, ich wiederhole mich, nicht uninteressanten Diskussionspunkte.
    Ferner bin ich allerdings der Meinung, dass Beiträge, die Wörter wie "schwul" oder "Jude" als Schimpfwort benutzen, hier und anderswo nicht toleriert werden und unkommentiert bleiben dürfen. Und mein Recht, Dir dies zu sagen, lasse ich mir nicht durch den Hinweis auf Deine Erfolge bei der Abwehr anderer Kritiker nehmen. Als regelmäßigem Leser ist mir das durchaus aufgefallen, Deine "erfolgreichen" Methoden sind mir bekannt.

    Posted 1 year ago #
  22. Jeffrey
    Mitglied

    @schworder
    Lies mal die Nutzungsbestimmungen des Forums, insb. § 3 Abs. 5. (Findest du unter "Anbieterkennzeichnung".)
    Ich habe die zahllosen Spams, die hier kürzlich augetaucht waren, gemeldet. Hat funktioniert.

    Posted 1 year ago #
  23. Jeffrey
    Mitglied

    @dieter

    Bei deiner Kritik- und Auffassungsfähigkeit verstehe ich nicht, warum du deine Argumente mit deinem Stil so sehr selbst konterkarierst.

    Was hast du davon hier ellenlangen Monologe zu führen?

    Wie schworder denke ich, dass du inhaltlich mit deiner Kritik in vielem Recht hast. Ich habe mir kürzlich mal das Vorlesungsverzeichnis meiner Uni, an der ich studiert habe, angesehen. Dies hat wirklich mit dem Studium, dass ich "genossen" habe, nicht mehr viel zu tun. Zu meiner Zeit stand noch Kritikfähigkeit, selbstständiges Denken und das Erkennen von Zusammenhängen ganz oben an und wurde auch von den Profs. eingefordert. (Ich habe 1995 meinen Abschluss gemacht.)
    Dass sich dies bis heute so sehr gedreht hat, finde ich auch erschreckend.

    Mein Jahrgang und meine Studiengeneration hat hier sicher von den Nachwellen der 68er Zeit profitiert, viele der Profs. hatten in dieser Zeit studiert. Aber der Wandel, der sich damals an den Universitäten vollzogen hat, ist den Studenten auch nicht in Schoss gefallen, sondern war hart erkämpft. Als inzwischen Außenstehender frage ich mich, warum es seitens der Studenten nicht viel mehr Gegenwehr und Protest gegen die Verschulung der Unis gibt. Sicher der Arbeitsmarkt hat sich seitdem grundlegend geändert. Aber auch schon zu meiner Zeit waren sich die Sozialwissenschaftsstudenten weitgehend im Klaren darüber, dass man in die Arbeitslosigkeit studiert oder doch zumindest ausbildungsfern arbeiten muss. Trotzdem haben wir uns nicht mundtot machen lassen.
    Was ich damit sagen will, anstatt dich hier zu verausgaben, solltest du dir vielleicht lieber Gleichgesinnte suchen, dich organisieren und dich dort wehren, wo es etwas bringt.
    Ganz im Sinne von Goethes Faust:
    Das ist der Weisheit letzter Schluss;
    Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
    Der täglich sie erobern muß.

    Posted 1 year ago #
  24. dieter
    Mitglied

    @ Jeffrey

    Ich bin fertiger Dipl.-Soz. Deine Frage erübrigt sich insofern und verwundert mich. So ist das eben. Und der eine oder andere interessierte wird sich wohlmöglich mal überlegen, ob er sich wirklich mundtot machen und auf das abstellgleis dieser randgruppe des arbeitsmarktes abschieben lassen will.

    """Ich habe mir kürzlich mal das Vorlesungsverzeichnis meiner Uni, an der ich studiert habe, angesehen. Dies hat wirklich mit dem Studium, dass ich "genossen" habe, nicht mehr viel zu tun. Zu meiner Zeit stand noch Kritikfähigkeit, selbstständiges Denken und das Erkennen von Zusammenhängen ganz oben an und wurde auch von den Profs. eingefordert. (Ich habe 1995 meinen Abschluss gemacht.)
    Dass sich dies bis heute so sehr gedreht hat, finde ich auch erschreckend."""

    Woran erkennst Du das denn? Das würde mich wirklich brennend interessieren.

    Also in den letzten Jahren ist es in Mainz eher besser als schlechter geworden. Frau Nedelmann is wech ... Herr Schmiedt ist wech ... und so ... und die Seminare sind zumindest vom Titel her interessanter geworden.

    """Als inzwischen Außenstehender frage ich mich, warum es seitens der Studenten nicht viel mehr Gegenwehr und Protest gegen die Verschulung der Unis gibt"""

    Vielleicht weil die Verschulung gar nicht das Problem ist? Ich kritisiere eher die Praxisferne. Und die Praxis, Abiturienten gleich mit Luhmann, Weber und Co zu kommen - obwohl sie damit zumeist gar nicht viel anfangen können. Und und und (s.o.).

    """Was ich damit sagen will, anstatt dich hier zu verausgaben, solltest du dir vielleicht lieber Gleichgesinnte suchen, dich organisieren und dich dort wehren, wo es etwas bringt."""

    Ein netter Vorschlag. Sagen wir mal so: die Wege des Herrn sind unergründlich. Ein "Tweet" bewirkt bei Weilen einiges. Un dletztlich bin ich wirklich einfach daran interessiert, mal die meinung anderer zu hören. Gibt es eigentlich noch kritische studenten? Und glaubst du wirklich, dass protest etwas bewirkt? nachhaltige veränderungen können mE nur auf einem bewusstseinswandel beruhen - und du weißt doch wie´s ist. spätestens in den erstrittenen debatten labern sie dir derart das ohr ab [...], dass du endgültig verstehst, dass es eigentlich gar nicht um "wissenschaft" und "fortschritt" geht, sondern um positionen, um macht und seilschaften etc.

    (Anm.: Mainz ist übrigens unkritisch, da provinziell. Die glänzenden Augen meiner Kommillitonen und deren unsachliche Freundlichkeit werde ich nie vergessen. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Kriecher in einen Arsch passen! Eine Empirie-Vorlesung in der der Prof mit einer SPSS-Syntax bewaffnet die Herangehensweise erklärt - ohne vorher zu erklären über was er eigentlich redet - und dabei den Schwerpunkt aufs mathematische legt, hat hier nicht die geringste Kritik hervorgerufen. Das ist ebenso als normalempfunden worden wie das geltende Eherecht. Die Kritik kam erst, nachdem der großteil es nicht geschafft hat, die HA binnen 6 Monaten zu schreiben, sondern deutlich länger gebraucht hat, um die ganzen wissenslücken zu füllen, die das vom prof veranstaltete chaos hinterlassen hat.)

    """Aber auch schon zu meiner Zeit waren sich die Sozialwissenschaftsstudenten weitgehend im Klaren darüber, dass man in die Arbeitslosigkeit studiert oder doch zumindest ausbildungsfern arbeiten muss."""

    aber jeffrey - kennst du denn nicht die ergebnisse einschlägiger absolventenstudien? und warst du dir nicht darüber im klaren, dass die mehrheit ohnehin ganz wo anders hin will?

    wo wir gerade beim thema sind: wem angesichts der ergebnisse nicht erhebliche diskrepanzen zwischen diesen und der subjektiv erlebten und erfahrenen realität in den sinn kommen, der ist wohl kein soziologe. war da vielleicht jemand an guten ergebnissen interessiert, um sie den rotstiftindianern um die ohren hauen zu können :?

    Posted 1 year ago #
  25. dieter
    Mitglied

    am meisten gelernt (und dadurch zum kritischen denken befähigt [...]) habe ich persönlich übrigens nicht bei den kaderbrüdern des SDS und konsorten.

    humanistisches gymnasium naturwissenschaftlicher prägung... und obwohl mainz ja nicht gerade protestantisch ist, empfand ich den kontrast schon früh als frappierend ;-)

    mein english-teacher war einfach um klassen besser, als die zumeist lahmarschigen dozenten an der U. nie mehr so viel gelernt. nirgendwo.

    auch denke ich, dass es nicht "das" ist, was der soziologie fehlt. du weißt doch... durchschlagskraft und so. rechtskenntnisse, anwendungsorientierung, interdisz. orientierung, arbeitsmarktrelevanz. das ist es, was wirklich fehlt. insb. das recht. wir kritisieren mal kurz das bildungssystem - ohne auch nur den blassesten schimmer von der rechtlichen komplexitt zu haben? tststs...

    Posted 1 year ago #
  26. Jeffrey
    Mitglied

    @dieter

    "Ich habe mir kürzlich mal das Vorlesungsverzeichnis meiner Uni, an der ich studiert habe, angesehen. Dies hat wirklich mit dem Studium, dass ich "genossen" habe, nicht mehr viel zu tun. Zu meiner Zeit stand noch Kritikfähigkeit, selbstständiges Denken und das Erkennen von Zusammenhängen ganz oben an und wurde auch von den Profs. eingefordert. (Ich habe 1995 meinen Abschluss gemacht.)
    Dass sich dies bis heute so sehr gedreht hat, finde ich auch erschreckend.

    Woran erkennst Du das denn? Das würde mich wirklich brennend interessieren."

    Woran ich das erkenne? An den Themen der Seminare. Es werden hauptsächlich Methoden (Statistik und Empirie) und der Organsistionssoziologie nahestehende Themen gelehrt. Außerdem gibt es viele Pflichtveranstaltungen und wenig Wahlfreiheit. Ich habe keine einzigen Statistikschein gemacht und konnte mir die Lehrveranstaltungen völlig frei auswählen.

    Praxisferne: Dies ist sicherlich nicht das Problem der Sozialwissenschaften allein. Frag z. B. mal Lehramtsstudenten. Bei diesen ist dies sicher auch dem Studienplan verschuldet. Bei den Sozialwissenschaften sehe ich dies stärker auch in der Verantwortung der Profs und anderen Lehrenden. Die sollten schon in der Lage sein, einen Praxisbezug herszustellen, egal welches Thema behandelt wird. (ausgenommen Luhmann, bei dem man sich schon ziemlich verrenken muss)
    Der Prof, bei dem ich die meisten Veranstaltungen besucht habe, hat diese vorzugsweise in die Abendstunden gelegt, weil er auch berufstätigen Studenten die Möglichkeit geben wollte, an seinen Seminaren teilzunehmen. So saßen hier viele Sozialpädagogen, Krankenschwestern, Verwaltungsangestellte, Polizisten u.ä., von Praxisferne konnte also nicht die Rede sein. Im Gegenteil der Austausch von Theorie und Praxis wurde von dem Prof offensiv eingefordert. Auch wurde er nie müde, uns immer wieder die Wichtigkeit von Praktika während des Studiums vor Augen zu halten. Also diese Frage hängt schon eng mit dem Engagement der Hochschullehrenden zusammen.

    "Gibt es eigentlich noch kritische studenten? Und glaubst du wirklich, dass protest etwas bewirkt? nachhaltige veränderungen können mE nur auf einem bewusstseinswandel beruhen - und du weißt doch wie´s ist. spätestens in den erstrittenen debatten labern sie dir derart das ohr ab [...], dass du endgültig verstehst, dass es eigentlich gar nicht um "wissenschaft" und "fortschritt" geht, sondern um positionen, um macht und seilschaften etc."

    Ja, solche Klagen, besonders die letzte, höre ich von der Uni noch Nahestehenden auch häufig. Und dies setzt sich ja im Arbeitsleben potenziert fort. Wie man dem entgegnet, weiß ich auch nicht. Man kann sich nur Bundesgenossen suchen und wenn es nur wenige sind. Oder dieses Phänomen wenigstens sozialwissenschaftlichen Analysen unterziehen und kluge Dinge darüber schreiben. Viele der noch verbliebenen kritischen Leute reagieren, glaube ich, mittlerweile mit dem Rückzug ins Private und "Innerliche". Verständlich auf Grund der widrigen Umstände. Aber langfristig auch keine befriedigende Lösung. Dann doch besser twittern.

    Posted 1 year ago #
  27. dieter
    Mitglied

    """Woran ich das erkenne? An den Themen der Seminare. Es werden hauptsächlich Methoden (Statistik und Empirie) und der Organsistionssoziologie nahestehende Themen gelehrt. Außerdem gibt es viele Pflichtveranstaltungen und wenig Wahlfreiheit. Ich habe keine einzigen Statistikschein gemacht und konnte mir die Lehrveranstaltungen völlig frei auswählen."""

    Ulrich Beck hat die modernen Freiheiten mE treffend als "riskante freiheiten" tituliert. ich persönlich frage mich immer mehr, ob man als junger mensch eigentlich eine sinnvolle auswahl treffen KANN - und denke, dass diese der elite in diesem land bestanderhaltend zugutekommt. sie erscheint mir insofern als machtmedium, das eine machtferne suggeriert, den geist der freiheit propagiert - und letztlich zumeist zu nix anderem führt als "systemexklusion" und individuellem scheitern.

    wie man sieht kommt der schlechte ruf der soziologie nicht von ungefähr. kaffeklatsch mit vater marx und stundenlanges gefummel mit abschließender notengebung? ich weiß - das hört sich hart an. aber ich kann mehr und hätte mir auch mehr erhofft.

    zur verschulung: find ich gar nicht schlecht. am besten mit sepzialisierten lehrkräften und 6 doppelstunden. die profs können sich dann auf ihre profilneurosen konzentrieren - udnd er student bleibt von ihrem unverständnis, ihrer verwirrung, ihrem gelaber und ihrer intoleranz verschont ;-?

    die fokussierung auf empirie etc. verstehe ich als die - selbstverständlich mal wieder einseitige und typisch halsstarrige - reaktion der soziologie auf den druck des außenmediums. es wären auch andere wege denkbar. aber wie war das nochmal mit luhmann udn so? in dieser sache hat er ja durchaus nicht unrecht, der alte klugscheißer.

    """Praxisferne: Dies ist sicherlich nicht das Problem der Sozialwissenschaften allein."""

    mit sicherheit nicht, hier aber deutlich gravierender. du kennst doch das spielchen. der aneglist kann englisch. der bwl-heini kann führen und leiten. der jurist kann schalten udn verwalten. der biologe kann... usw.

    aber was kann eigentlich der soziologe? [...]

    """Ja, solche Klagen, besonders die letzte, höre ich von der Uni noch Nahestehenden auch häufig. Und dies setzt sich ja im Arbeitsleben potenziert fort. Wie man dem entgegnet, weiß ich auch nicht. Man kann sich nur Bundesgenossen suchen und wenn es nur wenige sind. Oder dieses Phänomen wenigstens sozialwissenschaftlichen Analysen unterziehen und kluge Dinge darüber schreiben. Viele der noch verbliebenen kritischen Leute reagieren, glaube ich, mittlerweile mit dem Rückzug ins Private und "Innerliche". Verständlich auf Grund der widrigen Umstände. Aber langfristig auch keine befriedigende Lösung. Dann doch besser twittern."""

    Eine kleine gruppe von leidesgenossen tut sich zusammen, um sich gemeinsam mit der auswegslosigkeit ihrer situation zu befassen und dabei zu erkennen, dass ohnehin verchiedene ansichten und interessen haben - und zu nicht mehr in der lage sind, als sich gemeinsam in die depression zu reden?!

    ganz so negativ sehe ich das ja nicht - aber ich denke, dass man dann eher eine orga wählen sollte, eine partei oder what ever. da ich allerdings nicht mehr parteiisch bin - ja - die soziologie hatte einen effekt, selbst wenn man es nicht glauben will - fällt mir die wahl wirklich schwer.

    was bleibt?

    der "rückzug ins private", die selbstbewusste indifferenz gegenüber den erniedrigungen des arbeitsmarktes, die ergebnisorientierte arbeit an dem, was wirklich ist, die noch leeren seiten in meinem notizblock - und die erkenntnis, dass handeln udn strukturen interesaante wechselwirkungen entfalten - von denen die herren professoren komischerweise (so gut wie) nix wissen wollen :

    Posted 1 year ago #
  28. dieter
    Mitglied

    und der praxisbezug sollte mE auf wissen basieren - und nicht auf in irgend welchen diskussionen gefallenen worten.

    Posted 1 year ago #
  29. dieter
    Mitglied

    zu ersterem nochmal:

    freiheiten sind - wie gesagt - ohne eine "verantwortliche gesellschaft" mE nix als risiken, enorm belastend und tragen auch nicht gerade positiv zur charakterlichen entwicklung bei.

    hast du diesbezüglich schon amal an etzioni gedacht? kommunitarismus hat durchaus was für sich, selbst wenn die bezeichnung seltsam nach bolschwismus anmutet.

    Posted 1 year ago #
  30. Jeffrey
    Mitglied

    Davon ausgehend dass viele Schüler bereits gleich im Anschluss an das Abitur mit dem Studium beginnen, stimmt deine Kritik an den zu vielen Wahlfreiheiten. Dies kann schnell zur Überforderung führen. In meinem Studiengang gab es sehr viele Studenten, die über den 2. Bildungsweg kamen, d.h. bereits eine berufliche Ausbildung hatten, auch gab es nicht wenige, für die Soziologie das Zweitstudium war. Eine statistische Übung an der Uni selbst hatte ergeben, dass dies fast der Hälfte der Studenten betraf. In diesem Fall stellt Wahlfreiheit keine Überforderung dar, sondern bietet die Chance, nach eigenen Interessensschwerpunkten zu studieren. Wenn man direkt von der Schule an die Uni kommt, ist es allerdings eine Herausforderung und führte auch zu relativ hohen Abbrecherquoten.

    Für mich war Soziologie auch das Zweitstudium und ich habe mich ehrlich gesagt immer gefragt, welchen Sinn es macht, direkt nach dem Abi, also mit 19 oder 20 Soziologie oder Sozialwissenschaften zu studieren. Sich mit soziologischen Theorien auseinanderzusetzen, setzt ein gewisses Maß an Lebenserfahrung voraus, die man in diesem Alter einfach noch nicht haben kann. Die Gefahr eines reinen Abstrahierens und Theoretisierens ohne jeden Praxisbezug ist hier viel größer, als wenn man schon mal im Berufsleben gestanden hat und auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann.

    Nichtsdestotrotz denke ich, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wahlfreiheit und Pflichtfächern geben sollte und natürlich sieht sich jedes Studienfach vor die Aufgabe gestellt, quasi ein Basiswissen über das eigene Fach anzubieten, das verpflichtend für alle ist. Dass sich dies in der Soziologie und den Sozialwissenschaften relativ schwierig gestaltet liegt auf der Hand. Hier sehe man sich nur mal die zahllosen Einführungen und Bücher über die Geschichte der Soziologie an.

    "aber was kann eigentlich der soziologe?"

    In der Allgemeinheit wie du das Können der anderen Berufsgruppen beschreibst, kann der Soziologe in größeren Zusammenhängen denken, kann Vergleiche anstellen, Synthesen herstellen, er verfügt über eine prozessorientierte Sichtweise. Wenn man ihn ließe, könnte er der Gesellschaft Zusammenhangswissen präsentieren, an dem sich politische Entscheidungen orientieren könnten.

    Z.B. Vergleiche anstellen: Mit Blick auf Ägypten usw. kann der Soziologe darauf verweisen, dass man die Freiheiten in demokratischen Ländern schätzen sollte und die Handlungsmöglichkeiten als Chance begreift, anstatt sich über Risisken zu beklagen.
    Die sozialen Missstände, die es ja zweifelsfrei gibt, auf ein zuviel an Freiheit zurückzuführen halte ich für eine fatalen Weg.

    Posted 1 year ago #

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