Reformbedürftig ist die Hochschule zweifelsfrei, darüber besteht ein breiter Konsens. Uneinig ist man sich jedoch darüber, wie die Uni der Zukunft auszusehen und zu funktionieren hat.
Während neo-liberale Kräfte einher mit wirtschaftlichen Interessengruppen eine stärkere Orientierung am Markt und den gesellschaftlichen Erfordernissen fordern, gerät das eigentliche Problem m.E. aus dem Blick.
Bei diesem Artikel musste ich zumindest sehr an Deutscheland denken. Sehr viel anders ist das hier auch nicht. Oder?
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,734775,00.html
Wenn ich mal resümiere, wie die Klausuren und Prüfungen gelaufen sind, dann sehe ich da eine deutliche Schieflage der didaktischen Konzeption der Studiengänge. Wissen, was XY und Co gesagt haben ist alles - während Kreativität, die Fähigkeit Schlussfolgerungen zu ziehen usw. eigentlich vollkommen ins Hintertreffen geraten sind. Man darf Beck zwar lesen, sollte sich aber wohl nicht wagen, zu schreiben wie dieser - selbst wenn dies finanziell wohlmöglich gute Aussichten beiten würde und dem Anliegen der "soziologischen Aufklärung" (der breiten Massen) durchaus entgegenkommen würde.
Was sagt XY zum Thema YZ? Und haben Sie verstanden, was er da sagt? Diese Fragen umschreiben den Rahmen dessen, was die Herren Professoren interessiert, m.E. rcht gut. Sicher - es gibt rühmliche Ausnahmen - aber man kann durchaus fragen: wie lange noch? Und ebenso könnte man behaupten, dass das Schema "wissenschaftliches Arbeiten" immer mehr zum reinen Distinktions- und nach dem Prinzip der "Hörigkeit" funktionierenden Selektionsmechanismus verkommt.
Was denkt Ihr darüber? Und welche Veränderungen würdet Ihr Euch wünschen? Was st da eigentlich ins Hintertreffen geraten? Und ist die deutsche Uni fit für die Zukunft?
Klare Aussagen würde ich bevorzugen. Dass Schlussfolgerungen usw. schwer zu bewerten ist - das ist ebenso vollkommen klar wie die Tatsache, dass das Wissen über Konzepte, Theorien udn Befunde et.al. durchaus auch positive Auswirkungen auf das Verständnis und die Abstraktionsfähigkeit haben. Utopien sind also keineswegs blind, sondern wohl vielmehr ein Ausdruck von Urteilsfähigkeit und Charakterstärke - von einer gewissen Resistenz gegen diese gewissen Bemühungen der verantwortlichen, die - wie wir hoffentlich alle wissen - auch nur mit Wasser kochen und am Ende frei nach Gusto entscheiden, was auf den Lehrplan kommt usw usf.