Bezüglich der "Theorie" muss ich passen - und wenn es Dir um Hypothesen geht, dann musst du den Forschungsstand schon selbst erkunden.
doch selsbtverständlich können auch "vorurteile" und sonstige unbestätigte annahmen, wie sie zB häufig in der "ratgeberliteratur" zum thema verwendet werden, als "ausgangspunkt" genommen werden. ich denke da an annahmen wie zB:
"""Daher darf man bei aller Verschiedenheit der Unterbringungsgründe davon ausgehen, dass das Kind bei seiner Aufnahme in die Pflegefamilie wahrscheinlich über kein organisiertes Bindungskonzept verfügen wird. Infolgedessen ist das Kind nur schlecht in der Lage, mit Ambivalenzen umzugehen, was sich besonders ungünstig auswirken muss angesichts der dem Pflegeverhältnis inhärent eignenden Ambivalenzen und Widersprüche."""
oder:
"""Die immer wieder traumatisierende Vorgeschichte der Pflegekinder und der besondere Status von Pflegeeltern führen dazu, dass es für letztere im Vergleich zu leiblichen Eltern schwieriger ist, für ihre Kinder als sichere Basis zur Verfügung zu stehen. Gerade für eine Korrektur eines bei der Aufnahme in der Pflegefamilie bestehenden desorganisiert-desorientierten Bindungsmuster ist ein hohes Maß an Eindeutigkeit erforderlich. Diese Eindeutigkeit zu gewährleisten, ist für Pflegeeltern nicht leicht, zumal von ihnen eine Öffnung ihrer Familiengrenzen erwartet wird, nicht nur gegenüber den leiblichen Eltern ihres Pflegekindes, sondern auch gegenüber dem Jugendamt, dem Familiengericht oder der Beratungsstelle (vgl. Sauer 2003)."""
auch hier sehe ich keine bedenken, da was dreaus zu machen:
"""Auf Pflegeeltern kommen also besonders hohe Anforderungen zu, wollen sie ihren Pflegekindern die Entwicklung einer sicheren Bindung bzw. die Korrektur eines unsicheren Bindungskonzeptes ermöglichen. Sie sollten zum einen selbst über ein ausreichend hohes Maß an eigener Bindungssicherheit verfügen. Zum anderen sollten sie um die Bedeutung von Bindungsbeziehungen sowie um deren Funktion wissen, um sich ihren Pflegekindern in Kenntnis der Funktion deren häufig erwartungswidrigen und enttäuschenden Verhaltens anzupassen. Sind Pflegeeltern auf die zu erwartenden Schwierigkeiten und Enttäuschungen nicht ausreichend vorbereitet, besteht die Gefahr, dass sie mit ihren Reaktionen ein bereits vorhandenes desorganisiert-unsicheres Bindungskonzept ihrer Pflegekinder noch weiter verunsichern. Angesichts der Komplexität dieser Form der Fremdplatzierung und der ihr inhärenten Widersprüchlichkeit, die sich durchaus desorganisierend auswirken kann, bedürfen Pflegeeltern in hohem Maße der Unterstützung von Seiten der zuständigen Behörden. Sie sollten erwarten dürfen, dass die notwendigen Voraussetzungen zur Erfüllung ihrer Aufgabe auch geschaffen werden. Vor allem benötigen sie ein ausreichendes Ausmaß an Sicherheit und Eindeutigkeit, um in der Lage zu sein, den ihnen anvertrauten Kindern tatsächlich als sichere Basis zur Verfügung zu stehen."""
im übrigens würde ich meinen , dass du im LB schneider/familiensoziologie mal insb. die seiten 13 ff. und 25 ff lesen solltest, um mit deiner gegenstandsbestimmung weiterzukommen. In Selbigem LB findet sich auch noch ein Beitrag über Beziehungen in der Familie, welcher durchaus interessant sein könnte - und wenn ich nicht irre gibt Peuckert da auch noch was zu her.