@dieter:
insgesamt: was denn nun: differenziert oder nicht? keins von beiden? ah verstehe die eigene meinung (verschwörungstheorie?) und die sozialwissenschaften schaffen wir am besten ab, oder? hehe
ok, nochmal von vorne:
"differenziertes arbeiten und diskutieren ist ja schön und gut. ebenso wichtig sind aber klar verständliche thesen, an denen man arbeiten kann [...]. und genau genommen bewirkt diese leitline auch einiges, was ebenso wenig sachdienlich wie im hinblick auf konkurrierende werte (zB demokratische) unbedenklich ist."
ok. ich hatte diesen satz beim 2. oder 3. mal verstanden, wie er wohl von dir beabsichtigt war. das habe ich nun vergessen. aber wenn man nicht anders schreiben kann, wie dieser satz andeutet, dann weiss ich, wieso man auf sein studienfach herab schaut.
"hast du dich jemals gefragt, warum die zeit der "großen theoretiker" vorbei ist und unentwegt von der "krise der soziologie" und insb. der "krise der theorie" die rede ist? oder: mit fremden standpunkten solltest du - wenn du deren vertreter schon zur differenz mahnst - auch entsprechend differenziert umgehen. ich wünsche dir daher viel spaß beim lesen und denke, dass du spätestens in 3-4 jahren ebenfalls auf der seite derer sitzen wirst, welche die demokratie gegenüber der diktatur des geschrieben wortes bevorzugen und sich auch mal eine eigene meinung zugestehen (die du spätestens im jon vertreten musst - wenn du mit dieser miserablen ausbildung einen bekommst, beim dem selbige gefragt ist)."
das soll wohl heissen, dass ich mit meinem letzten posting nicht die differenziertheit der anderen postings berücksichtigt habe. ok, kann sein, ich wundere mich halt nur, dass niemand den Journalisten angeht. Ich habe ja in meinem ersten Posting zurückgeschossen und mal auf die mangelnde Fachkenntnis von manchen Journalisten hingewiesen. Wo diese Journalisten doch als Experten angekündigt werden und teilweise einfach die Fakten nicht drauf haben. Die brauchen ja nicht cutting edge auf der Theoriefront sein, das bin ich auch nicht, und ich will hier keine elitären sozialwissenschaftlichen geheimsprachler mit nichts dahinter verteidigen, aber als Journalist sollte man schon faktensicher sein.
ich weiss nicht viel von der "krise der soziologie", weiss hingegen wohl etwas von dem "ende der grosstheorien", worauf mit der entwicklung von "theorien mit mittlerer reichweite" reagiert wurde. diese sollen besser auf den jeweiligen ort und zeit passen und sind näher an der empirie orientiert.
mein hauptfach war politikwissenschaft. so viel ich weiss, sind die verbleibsstudien nicht wirklich schlecht.
Für die tatsächliche Politik hat die Soziologie und die Politikwissenschaft eben spätestens seit den 1980ern den Status der Leitwissenschaft an die Ökonomie verloren. Ist Deutschland damit besser gefahren?
von wegen eine eigene meinung verteten? in bezug auf was denn? am beispiel post-development habe ich ja vertreten, dass poststrukturalistische ansätze einen wertvollen beitrag zur entwicklungstheorie geleistet haben.
"einige verschwörungstheorien setzen an eben diesem punkt an - und wohlmöglich haben die autoren nicht mal so unrecht."
welche denn?
allgemein muss ich zu dieser diskussion immer noch sagen, dass sie vage bleibt, wenn man nicht ein bischen konkreter wird z.B. in bezug auf autoren, sonst ist die gefahr, dass man an einander vorbei redet. Max Miller habe ich z.B. nicht gelesen.
@-
"Wer würde denn behaupten, dass es etwa in der Soziologie den Erziehungswissenschaften und ihren philosophischen Ausläufern im Schnitt ÜBLICH ist, sich klipp und klar und idiotensicher auszudrücken?"
Idiotensicher ist wohl keine Wissenschaft. Glaube Dahrendorf hat mal gesagt, dass die Welt kompliziert ist und auch nicht einfach sein sollte. Sie ist reich, weil sie kompliziert ist. In den Naturwissenschaften wird, wenn ich mich recht erinner, die Praxis bemängelt, dass Artikel von Fachzeitschriften sehr kurz und oft wenig kontextualisiert werden. Ist dem so, kann das auch nicht als Vorbild dienen.