Hallo,
ich bin hier völlig neu und habe eine Frage, die mich schon seit langem beschäftigt, ich hoffe, dass mir hier jemand helfen kann:
ich studiere Jura und mache in diesem Jahr meinen Abschluss. Nun habe ich schon ca. in der Mitte meines Studiums gemerkt, dass ich nicht in einem klass. juristischen Bereich arbeiten will und dieses Fach nicht 100 % das Richtige für mich ist. Vor allem, als ich im Rahmen meines Schwerpunktbereichs Kriminologie mit dem Gebiet Rechtssoziologie in Berührung kam. Diese Vorlesungen haben mich wahnsinnig interessiert und mir auch am meisten Spaß gemacht, allerdings habe ich keine Ahnung, wie ich mich in diesem Bereich spezialisieren kann. Mich würde der Bereich Jugendarrest/Jugendstrafrecht/Entstehung von Kriminalität+Präventionsansätze etc. sehr interessieren und ich frage mich, ob es dafür die beste Möglichkeit ist, nach dem Jura-Diplom ein Soziologiestudium zu machen. Vielleicht schätze ich die Inhalte dieses Studiums auch völlig falsch ein, aber möglicherweise hat jemand Erfahrung in dieser Richtung oder ähnliche Interessengebiete und kann mir diesbezüglich ein paar Tipps geben.
Danke schonmal :)
Soziologie als Zweitstudium?
(9 posts) (3 voices)-
Posted 1 year ago #
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Ich beschäftige mich schon seit langem mit dem Gedanken ein oder zwei andere Fächer dazu zu studieren. Ich persönlich bin daher von der Idee des Fernstudiums ganz angetan und eine relative beliebte Uni, die mir da in den Sinn kommt, bietet auch eine Bachelor in Kriminologie an: http://www3.open.ac.uk/study/undergraduate/qualification/b48.htm
Dies nur für den Fall, dass sowas auch für dich in Frage kommt.
Posted 1 year ago # -
Ein Fernstudium würde in der Tat wohl eine ganz gute Alternative darstellen, da ich schon relativ lange für mein bisheriges Studium gebraucht habe und daher wahrscheinlich darauf angewiesen bin, nebenbei zu arbeiten. Die Frage ist eben, ob es sich lohnt, in diese Richtung zu gehen, oder ob ich nachher weitere Jahre investiere und sich meine Chancen dabei nicht wirklich erhöhen. Weiterhin muss ich evtl. damit rechnen, dass ich das Examen vielleicht nicht bestehe, da fragt es sich, ob ich im Rahmen eines Soziologiestudiums die bisher erworbenen Kenntnisse irgendwie in einem Schwerpunkt nutzen könnte. Ein solcher Master in Kriminologie wäre natürlich der Traum, aber ich fürchte, es ist nicht grade leicht, da rein zu kommen...
Posted 1 year ago # -
Ja, ich verstehe dein Problem. Was mir spontan in den Kopf kommt, ist, dass du als Jurist eigentlich eine angemessene Lerndisziplin haben solltest, so dass du den Soziologie-Bachelor eigentlich in relativ kurzer Zeit schaffen können solltest und dann auf normalem Wege mit einem Master weitermachen könntest.
Ansonsten würde ich behaupten, dass du mit Sicherheit bei der einen oder anderen englischen Universität in einem entsprechenden Fach zum Masterstudium (also mit Anwesenheit) zugelassen werden würdest (auf für den LLM, btw.). Der wissenschaftliche Anspruch der englischen Master ist zwar nicht unbedingt hoch, aber am Ende hättest du nach einem Jahr einen Abschluß in dem Bereich, falls es dies sein soll.
Nur für den Fall, dass diese Option für dich in Frage kommt.
Posted 1 year ago # -
Ja das klingt doch ganz positiv, vor allem macht sich ein englischer Master sicherlich immer gut :)danke für die Tipps
Und das mit dem Soziologie-Bachelor wäre eben genau mein Plan-B, zumal ich natürlich schon wüsste, in welche Richtung ich mich spezialisieren würde und auf diese Weise vielleicht am schnellsten zu einem sinnvollen Abschluss kommen könnte, der meinen Interessen auch noch am meisten entspricht.
Was studierst du denn im Moment??Posted 1 year ago # -
"Der Wissenschaftliche Anspruch der englishcen Master ist zwar nicht umbedingt hoch"
Das würde ich so (pauschal) nicht stehenlassen, es kommt hier sehr drauf an welcher Master und wo. Im Schnitt würde ich sagen dass es durchaus dem dt. Diplom entspricht, auch wenn die Leistungsanforderungen etwas anders gebaut sind (was aber auch mit der anderen Publikationskultur -> Fokus auf kürzere Zeitschriftenaufsätze zusammenhängt).
Wg. Fernstudium musst Du dir halt überlegen, dass die Denkweise in der Soziologie durchaus eine "andere" ist, ich kenne einige Juristen, die sich hier erstmal ganz schön umstellen mussten (Fragen werden anders gestellt), vielleict ist es hierzu sinnvoll erstmal 1-2 Semester in einem Präsenzstudiengang mitzudiskutieren und sich später selbstständig zu vertiefen.
Posted 1 year ago # -
Die Vergleichbarkeit zum Diplom sehe ich auf keinen Fall gegeben. Formal natürlich, aber nicht als interessierter Student. Der Master ist dort beliebt weil er nur ein Jahr geht, und typischerweise ist im Masterprogramm ein großer Anteil asiatischer und afrikanischer Studenten, die methodisch schlicht und ergreifend schlecht ausgebildet sind, aber für ihren lokalen Arbeitsmarkt ein Signalinstrument brauchen. Da sie viel Geld bezahlen, sind die Zulassungskriterien entsprechend locker. Anders könnten sich viele englischer Universitäten nicht mehr ausreichend finanzieren! Das ganze mag an den üblichen verdächtigen Universitäten (Oxbridge, LSE) anders sein, aber diese Unis werden nicht im Zielbereich von Max liegen.
Daher ist es übrigens auch der Fall, dass Deutsche schon nach dem Grundstudium (des alten Diplomstudiums) zum Master in England zugelassen werden (an den meisten Unis zumindest), diese oftmals auch noch zu den besten gehören. Dies gilt für Sozialwissenschaften wie auch für die Ingenieurswissenschaften als auch für z.B. Jura. So ist zumindest meine persönliche Erfahrung und die Erfahrung von Deutschen der genannten Fächer, die ebenso ein Masterstudium dort absolviert haben.
Nichts desto trotz: die Forschung ist oftmals besser, oftmals sogar sehr viel besser und für das Knüpfen von Kontakten und für die eigentliche Forschungsarbeit (Masterthesis) inklusive der Betreuung durch in der Regel gute und auch tatsächlich forschende Professoren kann man es schon empfehlen.
Posted 1 year ago # -
Die Vergleichbarkeit zum Diplom sehe ich auf keinen Fall gegeben. Formal natürlich, aber nicht als interessierter Student. Der Master ist dort beliebt weil er nur ein Jahr geht,
>> Ja, aber dafür dauert der BA aber auch 4 Jahre.
und typischerweise ist im Masterprogramm ein großer Anteil asiatischer und afrikanischer Studenten, die methodisch schlicht und ergreifend schlecht ausgebildet sind, aber für ihren lokalen Arbeitsmarkt ein Signalinstrument brauchen."
>>> mag ja sein, war in meinem Fall nicht so, also die asiatischen Studierenden waren a) entweder nicht schlechter oder b) haben den MA abgebrochen/nicht bestanden (was sehr hart war, habe ich aber erlebt)
""Da sie viel Geld bezahlen, sind die Zulassungskriterien entsprechend locker. Anders könnten sich viele englischer Universitäten nicht mehr ausreichend finanzieren! Das ganze mag an den üblichen verdächtigen Universitäten (Oxbridge, LSE) anders sein, aber diese Unis werden nicht im Zielbereich von Max liegen.""
Ja, vermutlich spreche ich von einer Uni, die sich nciht weit von dem Pol entfernt befindet, da war das schon anders.
"Daher ist es übrigens auch der Fall, dass Deutsche schon nach dem Grundstudium (des alten Diplomstudiums) zum Master in England zugelassen werden (an den meisten Unis zumindest), diese oftmals auch noch zu den besten gehören."
war nach meinen REcherchen und in meinem Fall nciht so, musste 4 Jahre Studium nachweisen...
"" Dies gilt für Sozialwissenschaften wie auch für die Ingenieurswissenschaften als auch für z.B. Jura. So ist zumindest meine persönliche Erfahrung und die Erfahrung von Deutschen der genannten Fächer, die ebenso ein Masterstudium dort absolviert haben. ""
Hmm, also gibt es vermutlich sehr große Unterschiede zw. den UK-Unis...
Posted 1 year ago # -
>>Ja, vermutlich spreche ich von einer Uni, die sich nciht weit von dem Pol entfernt befindet, da war das schon anders.<<
Na ja, was heißt nicht weit weg. Ich war auch an einer Uni, die in meinem Fachbereich gemäß den gängigen Rankings damals zu den Top-5 gehörte, aber eben nicht LSE oder Oxbridge. Es mag aber durchaus von Fach zu Fach, Uni zu Uni und Herkunftsuni zu Herkunftsuni unterschiedliche Wahrnehmungen geben.
>>war nach meinen REcherchen und in meinem Fall nciht so, musste 4 Jahre Studium nachweisen...<<
Damals stand bei mir auf der Seite der LSE explizit: Vordiplom + 1 Jahr Studium reicht, was auf 3 hinausläuft. Die meisten Unis hatten mich damit auch angenommen.
Wie auch immer, was ich sehr toll fand, war die große Flexibilität des englischen Systems. Dort kann man viel einfacher auch als Seiteneinsteiger irgendwo einen Master machen und sich somit neue Gebiete erschließen. Ein großer Vorteil gegenüber dem starren deutschen System, wie ich finde.
Posted 1 year ago #
Antwort
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