Ich fange zum Wintersemester 2011 mein Soziologiestudium an und will den Master machen. Kann mir jemand sagen, wie lang man sich danach (so ungefähr) mit Praktika etc. über Wasser hält, bis man dann anfängt Geld zu verdienen?
Soziologenberufe
(68 posts) (12 voices)-
Posted 1 year ago #
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wie kann man sich den mit praktika "über wasser halten"? tststs...
such doch mal nach "absolventenstudien".
ich hab zwar keine ahnung, wie die zu den ergebnissen kommen - und die meisten sind auch nicht mehr up to date ... aber du wisrt sicherlich was lernen.
Posted 1 year ago # -
Soziologie ist ein Studium, bei dem das Besitzen eines Abschlusses nicht gleichbedeutend sein muss, mit dem Besitzen einer am Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikation. Die entscheidende Frage ist deshalb, wie lange DU dich über Wasser halten musst, bevor DU anfängst Geld zu verdienen. Diese Zeit kannst DU drastisch reduzieren, indem DU dich möglichst früh im Studium damit beginnst, dich auf bestimmte, realistische Zielberufe hin zu qualifzieren. Wer das tut, braucht sich auch um die Maloche, weniger Sorgen machen.
Posted 1 year ago # -
Die Frage ist ja auch, ob sich das rechnet mit dem Praktikum. Wenn man da mal für ein halbes Jahr fürn paar Kröten arbeitet. Da kanns schon sinnvoller sein sich nen guten Nebenjob zu suchen, bei dem man auch mehr verdient wie bei einem Praktikum.
Und so die Zeit zum richtigen Job zu überbrücken.Und son guter Nebenjob während des Studiums macht sich ja auch gut im Lebenslauf. Und wenn du als angehender Soziologe nichts anderes lernst, das wirst du lernen: wie man dünnes Material/Blödsinn so aufbläst, dass es sich gut anhört...;)
Posted 1 year ago # -
Michi,
Du fängst nächstes Jahr an, wirst einen Masterabschluss also nicht vor 2016 haben. Ich denke, dass es eindeutig zu früh ist, sich über die gestellte Frage jetzt den Kopf zu zerbrechen! Hast Du Interesse an einem Studium der Soziologie? Das ist die entscheidende Frage, die Du gegenwärtig beantworten musst.
schworder
Posted 1 year ago # -
also wenn du nach schworders devise handelst ... naja...
sagen wir es anders: was willst du vom leben? wäre wohl die bessere frage. sein studiengebiet sollte man mE nicht außschließlich auf basis von interessenn wählen - u.a. auch weil diese sich ändern.
dass du über sowas nachdenkst ist also verständlich. doch leider ist die realität zu kompex, um sie hier deinen wünschen entsprechend zu reduzieren. also: aus "8,5 Monate" wird nix - und das alles hängt letztlich auch sehr stark von Dir ab [...].
Posted 1 year ago # -
Ich würde sofort mein Studium abbrechen und was anderes machen. Ich weiss wovon ich rede (Magister 1,0). Soziologie ist der allerletzte Scheiss. Punkt 1. Du sitzt nur mit faulen Idioten in Seminaren und hörst dir langweilige Wikipediareferate an während deine Freunde, Feinde, Mitbewohner was auch immer, sich spannende Qualifikationen aneignen. Das einzige was am Studium der Soziologie gut ist: Soziologie könnte ein Affe studieren. Also wenn du lust hast 5 Jahre schlafend zu verbringen ist Soziologie die richtige Wahl. Aber eins ist sicher der Abschluss kommt bestimmt. Und da juckt es niemanden ob du dich immer sehr für Luhmann interessiert hat oder ob der Mikroprof deine Beiträge gut fand. Da musst du was können für das ein anderer dich bezahlen will. Und dür ein Luhmann Interesse bezahlt dir niemand was. Du kannst dich dann ne Weile als Wissenschaftlicher Mitarbeiter verdingen und vor der Realität die Augen verschließen (und das machen viele; ich eingeschlossen) Aber mit 35 hat man darauf keinen Bock mehr glaub mir das. Soziologie ist NUR was für dich, wenn du ein anderes "Talent" hast. Sei es dein Vater hat ein Geschäft, du eine Geigenausbildung etc. etc. Bitte, das ist kein Witz von einem alten Angstmacher. Bitte Bitte studiere nicht Soziologie oder vielmehr breche ab bevor es zu spät ist und du auf der Straße sitzt und weisst nicht wohin
Posted 1 year ago # -
@gnlounge: wo hast du denn studiert? Schade dass Du so frustriert bist.
Posted 1 year ago # -
Dass gnlounge mit einem einser-Abschluss so frustriert bist, tut mir für sie/ihn Leid! Derartige Probleme auf dem Arbeitsmarkt sind allerdings nicht die Regel. Das zeigen zumindest die mir bekannten Absolventenstudien.
Die langweiligen Referate kommen dagegen vor; würde aber behaupten, dass das nicht am Studienfach Soziologie liegt.
Hier kann man sich ebenfalls ausführlich informieren: http://www.bds-soz.de/
Was man aber bedenken muss: Das Studium der Soziologie bereitet in der Tat, so wie viele andere Studienfächer auch, nicht auf ein spezifisches Berufsfeld vor. Dem muss man sich bewusst sein.
Sofern man sich eine Exit-Option offen halten möchte, könnte man also Soziologie + x studieren. Unter x verstehe ich kein Nebenfach, sondern etwa Jura als vollwertigen Studiengang. In diesem Fall hätte man ein klares Berufsfeld und gleichzeitig auch schon einen Gegenstand für etwaige soziologische Studien.
Posted 1 year ago # -
Ich plädiere dafür die Fächer der brotlosen Kunst ausschließlich als Nebenfach an Unis anzubieten. Aus Verantwortung gegenüber der jungen Generation an Studis, die später ja auch gerne ganz gut verdienen möchten (bzw. überhaupt in halbwegs ausbildungadäquat in Arbeit sein wollen), auch wenn sie nach dem Abi vielleicht noch was anderes behaupten.
Posted 1 year ago # -
Leute, wer Soziologie blöd findet oder meint, dass man damit auf dem Arbeitsmarkt nichts anfangen kann, kanns doch einfach lassen. Ich habe es auch studiert und nicht bereut. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, habe eine Stelle an einer Uni in Aussicht und will promovieren. Dass die Leute in den Seminaren alle faul waren kann ich auch nicht sagen, es gab solche und solche.
Außerdem kann man ja als zweites Hauptfach bwl oder sonst was noch studieren.Posted 1 year ago # -
Sorry Silke sei mir nicht böse, aber das klingt echt ein wenig naiv. Lass mich raten TV-L 13 halbe Stelle? Tja viel Spass. Das ist eine schöne Sackgasse. Du wirst älter, ärmer und meistens auch dümmer in der Zeit und deine Chancen ausserhalb der Uni was zu finden werden noch schlechter. (in der Uni bleiben zu können natürlich auch)Und für den Doktor interssiert sich kein Schwein. (Vielleicht kannst du deine Tanten beieindrucken) Jeder weiss, dass jeder den Doktor in einer Geisteswissenschaft machen kann der lustig dazu ist und viel Zeit hat. Und im öffentlichen Dienst wirst du auch nicht mehr eingestellt, weil "überqualifiziert". Ich begreife nicht wie Leute über 20 immer noch an diese "ich mache meinen Doktor, lese und schreibe Bücher dikutiere mit Leuten"-Kinderkacke glauben. man man man Wenn man mich fragen würde, ob ich meinen Soziologieabschluss gegen ein "Power-Ponit für Anfänger"-Zertifikat eintauschen wolle, würde ich sofort JA sagen
Posted 1 year ago # -
Was ist denn deine Situation, gnlounge? Hast du keinerlei Fähigkeiten erworben, die beruflich relevant sind und findest du deswegen keine Stelle?
Posted 1 year ago # -
@ gnlouge: In der Tat klingt das sehr traurig was du schreibst. Meine Bekannten, die Sowi- oder Geisteswissenschaften studiert haben, sind alle in einen Job gekommen. Es dauert sicher im Schnitt etwas länger als bei Technikern etc. Aber ist es deswegen schlechter? Sollen nur noch Fächer studiert werden, die unmittelbar ökonomisch verwertbar sind? Schließlich muss man ja auch viele Jahre in dem Beruf arbeiten und glücklich damit werden. Die Lage auf dem Markt ist zur Zeit auch für andere Absolventen nicht rosig. Wer von einem dauerhaften Vollzeitarbeitsverhältnis träumt, wird möglicherweise enttäuscht sein, das stimmt. Aber das Leben bietet doch immer neue Möglichkeiten, das ist zumindest meine Erfahrung. Und jemand, für den Geld und Sicherheit im Vordergrund steht, der kann doch gern was anderes studieren. Soziologie ist eben in erster Linie kein Fach für eine klassische Karriere. Das war mir vorher bewusst und dennoch habe ich es studiert. Ich setze andere Prioritäten und denke, auf lange Sicht läßt sich doch eh nichts planen im Leben, höchstens mittelfristig.
Und selbst wenn die Chancen im Schnitt nicht die Besten sein mögen, aussichtslos ist es sicher nicht einen Job zu finden.
Und last but not least: Die Arbeitsmarktchancen sagen doch nichts über die inhaltliche Attraktivität eines Faches aus. Du sagst, es sei uninteressant, aber du musst es doch mal interessant gefunden haben, da du es zu Ende studiert und erfolgreich abgeschlossen hast. Was wolltest du denn ursprünglich damit machen?Posted 1 year ago # -
@ gnlounge: PS: Eine Bekannte von mir hat genau das gemacht: Sie hat in einem geisteswissenschaftlichen Fach promoviert und hat eine gute Stelle bei einem öffentlichen Träger gefunden. Und das, obwohl sie ziemlich lange für die Diss gebraucht hat.
Posted 1 year ago # -
Ich habe natürlich auch gedacht, ich studiere was mir Spass macht. Auch Geld und Karriere ist mir immer noch nicht wichtig. Aber das gilt natürlich nur eingegrenzt. Ich würde auch gerne arbeiten was mir Spass macht und nicht nur wissenschaftliche Hilfaarbeiten. Ich habe natürlich SPSS etc. Qualifikationen und Praktikas gemacht. Aber Qualifikationen ausserhalb der Soziologie (eine Lehre oder so) habe ich leider nicht. Und natürlich habe ich auch schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. (sogar schon mal ne volle Stelle) Aber wenn da kein Geld mehr fließt bist du draussen und du fängst wieder von vorne an.
Posted 1 year ago # -
Ich kann deinen Frust ja auch verstehen, so naiv wie du meinst bin ich nicht. Ich habe auch schon gehört und kapiert, dass man sich von einer Anstellung an der Uni nicht zu viel versprechen darf. Dass es sehr schwer ist und nur ganz wenige eine feste, dauerhafte Stelle kriegen. Unbefristet als Prof wird sicher nur für wenige wahr. Ich habe noch ne Ausbildung und als zweites Hauptfach Pädagogik studiert. Nach drei Monaten hatte ich das erste Stellenangebot, kurz darauf das zweite. Du hast doch sicher zwei Nebenfächer oder auch ein Hauptfach studiert. Kannst du damit nicht punkten? Und sicher hast du als Soziologe Fähigkeiten, von denen andere nur träumen können. Analytische und systemische Denkfähigkeit, die Fähigkeit sich rasch in neue Sachverhalte hineindenken zu können, zum Beispiel. Gesamtzusammenhänge sehen und verstehen, wo andere einen Tunnelblick haben. Meine BWL- und Jura-Bekannten, denken längst nicht so reflektiert. Klar, haben die andere Vorteile. Aber ich denke, dass gerade in der heutigen Zeit Soziologen über gutes Kapital verfügen. Man muss, glaub ich, ziemlich kreativ sein und sich Aufgabenfelder selbst erschließen. Und vielleicht wird es ja doch noch was mit der Uni? Bist du im Berufsverband? Du hast doch sicher Kontakte oder (von denen ich bisher nur träumen kann).
Posted 1 year ago # -
Gut, das up-or-out System ist im Wissenschaftsbetrieb nunmal in der ganzen Fächerbreite Usus und kann nicht spezifisch der Soziologie angelastet werden. Für die allermeisten heißt es daher "out", was man sich vorher aber aufgrund der Mengenverhältnisse Mitarbeiter/feste Stellen denken kann.
Aber man darf sich auch nichts vormachen: Was kann ein Durchschnitts-Soziologeabsolvent an ganz konkreten Tätigkeiten ausführen, für die es eine nennenswerte Nachfrage gibt, also Arbeitgeber die dafür Geld zu zahlen bereit sind? Ich bitte da mal um eine Aufzählung.
Zweite Frage ist, was davon kann er besser als Absolventen anderer Richtungen bzw. besser als Personen mit Ausbildung? Bleibt da dann noch viel über?
Posted 1 year ago # -
@ Mitglied ohne Name: Bist du auch Soziologe? Und fragst, was dich qualifiziert? Ich finde, viele (ok, nicht alle) Soziologen denken reflektierter als andere. Ich sehe es ja selbst in meinem Bekanntenkreis. Viele geben zu Sachverhalten Kommentare ab, ohne Zusammenhänge und Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Natürlich qualifiziert die Soziologie für einen besonderen Blick auf die Gesellschaft. Wie sollte das nicht wertvoll sein? Zu wissen, wie Systeme und Strukturen funktionieren, wie Machtverhältnisse und kulturelles Kapital eingesetzt wird. Habitus zum Beispiel. Vielen Nicht-Soziologen ist ja nicht mal bewusst, dass es so etwas gibt. Ich durchschaue jetzt Sachen, die ich früher so nie gesehen hätte. Klar ist man nicht allwissend. Aber genau das ist doch das Problem: Das Denken, dass sich nur um Faktwissen dreht. Vieles Faktwissen ist Produktion von Diskursmacht. Faktwissen ist oft vergänglich. In der der Pädagogik spricht man z.B. davon, immer wichtiger wird stattdessen die Kompetenz, sich Wissen anzueigen, es ins Verhältnis zu setzen, zu reflektieren.
Und zu deiner anderen Frage: Methodenwissen. In Stellenanzeigen für Soziologen wird oft Methodenwissen nachgefragt: Statistik, aber auch qualitative Methoden. Beim Schreiben von Konzepten, bei Projektarbeit im sozialen Bereich, im Bildunsgbereich werden Soziologiekenntnisse geschätzt. Ich habe kurz nach dem Studium ein Praktikum gemacht, da haben mir meine Kompetenzen aus dem Studium genützt. Bei der Konzeptarbeit z.B., da konnte ich theoretisches Wissen mit reinbringen, das wurde dort sehr geschätzt. Ich hatte auch ein Stellenangebot bekommen, wollte aber lieber an die Uni.Posted 1 year ago # -
Konkrete Tätigkeiten sind das, was du nennst, Silke, aber nicht, sondern eher allgemeine Kompetenzen, die viele, wenn nicht alle Sozial- und auch Wirtschaftswissenschaftler mitbringen. Was sind echte Alleinstellungsmerkmale der Soziologen, die auf dem Arbeitsmarkt was nützen (der Relativsatz ist hier das Entscheidende)?
Ums mal ganz platt zu sagen: Ein Mediziner behandelt meine Krankheiten, ein Iurist löst meine Rechtsprobleme, ein Psychotherapeut hilft meiner geschundenen Seele, ein Grafiker gestaltet mein Firmenlogo, der Kfz-Mechatroniker macht mein Auto heile, usw. In all diesen Fällen ist relativ einleuchtend, dass dafür am Markt Zahlungsbereitschaften bestehen.
Hat der Soziologie eine vergleichbare Kernkompetenz, die er exklusiv für sich beanspruchen kann und für die es eine breite Nachfrage gibt? Methodenkenntnisse dürfte fast jeder Sozialwissenschaftler mitbringen, da sehe ich keinen klaren Vorteil für Soziologen. und ob es so viele Jobs gibt in denen man (Klein-)Forschung betreiben muss, ist auch die Frage. Ich hab das Gefühl er muss sich mühsam Nischen erkämpfen, wo er dann mit Glück unterkommen kann. Um es mit Dieters Worte zu sagen: "sozilogie streut gut - ja. aber man hat eben auch weniger durchschlagskraft!"
Dies ist auch ein Grund warum ich - um auf deine Frage zurück zu kommen - nur Soz.-Nebenfächler gewesen bin. (Ich habe mir aber ein nachhaltiges Interesse, jenseits von beruflichen Ambitionen, bewahrt :-))
Posted 1 year ago # -
Ich denke genau wie du "Mitglied". Ich meine man darf nicht den Boten für die Nachricht verantwortlich machen.
Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, muss man als Soziologie das eigene Studium als mehr als machbar bezeichnen. Also wie es jetzt im Bachelorstudium ist weiss ich nicht aber "zu meiner Zeit" kam es schon mal vor, dass 46 von 50 Seminarteilnehmern die Texte nicht gelesen hatten und wirkliche Konsequenzen hatte das nicht. "Einsen" waren trotzdem die Standartnote.Ob die einen "soziologischen Blick" entwickelt haben würde ich mal stark bezweifeln. Und das wissen natürlich auch Arbeitgeber.
Ich habe Mathe für BWL gemacht. (und BWL ist nun wirklich nicht Atomphysik) Eine Vorlesung war aber schwerer als mein ganzes Soziologiestudium. Manchmal habe ich das Gefühl ich bin ein Akademiker 3. Klasse. Was eine ganz schöne narzistische Kränkung ist. ;-)Posted 1 year ago # -
Zitat:
*** Du hast doch sicher zwei Nebenfächer oder auch ein Hauptfach studiert. Kannst du damit nicht punkten? Und sicher hast du als Soziologe Fähigkeiten, von denen andere nur träumen können. Analytische und systemische Denkfähigkeit, die Fähigkeit sich rasch in neue Sachverhalte hineindenken zu können, zum Beispiel. Gesamtzusammenhänge sehen und verstehen, wo andere einen Tunnelblick haben. Meine BWL- und Jura-Bekannten, denken längst nicht so reflektiert. Klar, haben die andere Vorteile. Aber ich denke, dass gerade in der heutigen Zeit Soziologen über gutes Kapital verfügen. Man muss, glaub ich, ziemlich kreativ sein und sich Aufgabenfelder selbst erschließen. Und vielleicht wird es ja doch noch was mit der Uni? Bist du im Berufsverband? Du hast doch sicher Kontakte oder (von denen ich bisher nur träumen kann)***
ich weiss nicht, ob ich da lachen oder weinen soll. kapital hin oder her - das problem besteht in der transformation desselbigen.
ein praktisches beispiel: das bewerbungsverfahren. harte qualis, belegt durch noten und erfahtrung, lassen sich gut vermitteln - eine "analytische denke" hingegen wird dir da eher noch zum nachteil und ist auch nur schwer erklärbar - vor allem, wenn man sich nicht im eigenlob sonnen will und/oder das gegegenber nicht den blassesten schimmer von sowi hat.
klar - do it yourself und so - aber einfacher macht es das auch nicht ;-)
Posted 1 year ago # -
Ich weiß auch nicht, ob ich bei euren Einträgen lachen oder weinen soll. Dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für andere Fächer "besser" sind, mag ja stimmen, aber ob das gleich das Fach komplett diskreditiert, so wie es hier teilweise durchklingt? Oder ob das ein Plädoyer dafür ist, von oben herab zu bestimmen, es nur als Nebenfach studieren zu können? Nur, wenn man es unter dem Kriterium der unmittelbaren Verwertbarkeit sieht. Und wer hat Bock auf eine Gesellschaft, in der in allen Geistes- und Soziwalwissenschaften nur noch Schmalspurwissen vermittelt wird? Ich nicht.
Und wo habt ihr denn studiert, dass ihr die Einsen hinter her geschmissen bekommen habt? Ob etwas schwer oder leicht ist, ist Ansichtssache oder eine Talentfrage. Ich habe Leute im Soziologiestudium an den Texten scheitern sehen, die die Zusammenhänge überhaupt nicht begriffen haben. Das waren dann oft solche, die gut mit Quanti klar gekommen sind. Jeder zweite studiert BWL und kommt sich damit toll vor. Na, jedem das seine. Und was ich aus meinem Fach bzw. Studium mach, liegt doch auch an mir selbst, ich meine, wieviel ich daraus mitnehme. Ich kann intensiv studieren oder eben so durchkommen. Soziologen werden gezielt gesucht und auch eingestellt. Schaut doch einfach mal im Internet im Stellenmarkt. Auch Unternehmen bekunden immer wieder, dass sie Soziologen einstellen. Daneben gibt es auch in Verbänden Möglichkeiten. Ich habe es studiert, weil mir der Inhalt am meisten zugesagt hat, das tut es auch heute noch.
Und du sagst es, Dieter: do it yourself, man muss halt kreativer sein als Leute, die genau gezielt auf ein Berufsfeld hinstudieren und alles vorgekaut kriegen.
Dass Soziologie auf dem Arbeitsmarkt nicht die größte Lobby hat ist mir klar, ich sehe dennoch Potential, auch außerhalb der Uni. Und um etwas transformatieren zu können, muss es erst mal vorhanden sein. Die soziale Wirklichkeit ist vielfältig, und die Soziologie ist die einzige Wissenschaft, die sich um die umfassende Erkenntnis derselben bemüht, inhaltlich und methodisch.
@ gnlounge: Mathe für bwl, kann mir vorstellen, dass das happig war. Meine Freundin studiert bwl, ihre Mathe und Statistik ist aber nicht schwerer als das, was ich in Statistik und Methoden machen musste. Ich habe auch Statistik über zwei Semester für Sowis und Wiwis gemacht. Im Hauptstudium kann man dann darauf aufbauen. Was das Niveau angeht, hängt aber sicher viel von der Uni ab. Warum hast du Soziologie denn als Hauptfach zu Ende studiert, wenn es so sch... für dich war? Ich musste im Hauptstudium übrigens zu JEDEM Schein eine Prüfung zusätzlich machen, da musste man die Texte lesen bzw. sich gut vorbereiten.
@ Mietglied: Ich sehe das nicht so, dass Wiwis das gleiche Verständis für soziale Zusammenhänge habe wie Sowis. Es sei denn, man interpretiert die Welt nur aus Sicht des homo oeconomicus. Oder du kennst andere als ich ;-) Sicher gibt es da auch solche und solche. Aber ob bwl diese Vielfalt hat? Wie gesagt, ich kann mich mit der Soziologie indentifizieren trotz geringerer Chancen auf dem Arbeitsmarkt und stehe dazu. Und bwler klagen doch auch oft über hunderte von Mappen, die sie verschicken müssen bis sie fündig werden.
Letztlich finde ich, jeder sollte nach seiner Neigung studieren, ohne den Arbeitsmarkt komplett aus den Augen zu verlieren.Posted 1 year ago # -
Übrigens, wenn einige Politiker zu gesellschaftlichen Themen den Mund aufmachen, denke ich auch manchmal, die könnten ein paar Semester Soziologie vertragen. Mir ist übrigens noch eine Soziologin eingefallen, die bei einer politischen Partei was gefunden hat, sogar in einer leitenden Position. Und, wieviel arbeitslose Soziologen kennt ihr denn? Ich keinen, zumindest niemanden, der oder die lange ohne Arbeit war.
Posted 1 year ago # -
@Silke Damit wir nicht aneinander vorbeireden. In meiner "wie-die-Welt-sein-sollte"-Vorstellung gebe ich dir in jedem deiner Sätze recht. Aber so ist sie nun mal nicht. Und man fällt böse auf die Nase wenn man zulange daran festhält. Natürlich, muss man Träume und Ziele haben und die auch versuchen diese zu erreichen, sonst ist das ganze Leben sinnentleert. Aber man muss halt auch die Realitäten anerkennen. Und ich finde man muss auch diese "Ich brauche kein Geld um glücklich zu sein. Ich studiere was mir Spass macht" Haltung sehr kritisch hinterfragen. Im ersten Moment denkt man dann einen kleinen Buchladen betreiben oder einen Plattenladen haben ist doch auch schön. Aber die Realität ist nun mal nicht Notting Hill oder High Fidelity. Wenn man sich bei Freunden Geld für die Praxisgebühr leihen muss ist es mit der Romantik sehr schnell vorbei. Und zweitens sagen das meistens Leute die nicht gerade aus einem Hartz 4 Elternhaus kommen.
Posted 1 year ago # -
@ gnlounge: Aber gerade deine Einträge klangen so, als könntest du der Soziologie überhaupt nichts abgewinnen - unabhängig von der Situation auf dem Arbeitsmarkt. Natürlich sollte man nicht so blauäugig sein, da habe ich ja auch schon zugestimmt. Ich habe als zweites Hauptfach Pädagogik studiert, weil ich da schon eine Vorbildung für hatte und weil es sich mit der Soziologie gut verbinden ließe. Es gibt ja heute auch die Möglichkeit, in Nebenfächern oder mit dem Master weiter zu streuen, aber es muss doch immer noch erlaubt sein, sich voll auf die Soziologie zu konzentrieren. Klar können nicht alle an die Uni. Wie es dort läuft, also vieles finde ich auch Mist, aber auch in anderen Fachbereichen. Dass ich kein Geld brauche, sage ich ja nicht. Aber ich sehe die Sitaution gesamt nicht so negativ wie du. Es GIBT Stellen für Soziologen, wie gesagt, die meisten die ich kenne, haben eine Stelle. Demgegenüber kenne ich eine BWlerin, die schon länger ohne Job ist. Es kommt ja auch vieles an: Kontakte, Glück, Persönlichkeit. Ich habe gute Erfahrungen mit Initativbewerbungen gemacht. Jedenfalls konnte ich mein Profil so verkaufen, dass ich Interesse geweckt habe. Wie gesagt, einfach ist es nicht - aber auch nicht völlig hoffungslos. Darf ich fragen, was du zur Zeit beruflich macht?
Posted 1 year ago # -
Allerdings sollte man gnlounges - zugegeben, sehr negative Erfahrungen - auch nicht zum Leitmotiv des Handelns machen. Mir tut das wirklich sehr leid, denn ich kann mir vorstellen wie frustrierend das für ihn ist. Allerdings bin ich als Sowi super versorgt, hab einen tollen Job in der Organisationsentwicklung und -beratung und das sogar unbefristet. Das Interesse sollte bei der Studienwahl nach wie vor die erste Prämisse sein.
gnlounge wünsche ich alles Gute für die Zukunft.
Posted 1 year ago # -
Ich kann nur die Frage nach dem Studienort wiederholen. Ich sehe dass es hier einen ganz massiven Zusammenhang mit dem Berufseinstiegserfolg gibt.
Z.B. kenne ich an meinem Studienort unter den engagierteren Studierenden niemanden der abgeschlossen hat, und der länger als n halbes Jahr nach ner Stelle gesucht hat. Ok, das waren dann tatsächlich oft halbe Doktorandenstellen aber auch eine ganze Reihe an Angeboten in der Wirtschaft/Unternehmensberatung etc. Gerade das technische Nebenfach hilft hier ganz enorm.
Bekannte aus anderen Studienorten, die etwas "diffuser" Geistes und Sozialwissenscahften studiert haben tun sich da deutlich schwerer, das sagt zuminderst meine kleine persönliche Beobachtung (die natürlichen keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt)
Posted 1 year ago # -
@ b400, da stimme ich dir zu. Es dauert manchmal etwas länger, auch je nach Fächerkombi. Wenn man aber flexibel ist, nicht nur die freie Wirtschaft im Auge hat, sondern auch z.B. Wohlfahrtsverbände, Parteien, Bildungseinrichtungen etc. und seine Qualifikationen gut zu verkaufen und zu kommunizieren weiß, dann kann es auch klappen mit einer guten Stelle.
Posted 1 year ago # -
Ein interessanter Gedankenaustausch ist hier entstanden!
Ich möchte aber mal Michi, den ursprünglichen Fragensteller, ansprechen: Was nimmst Du aus dem Geschriebenen mit? Beeinflusst es Deine Entscheidung bzgl. der Soziologie?
Posted 1 year ago #
Antwort »
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