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Pragmatisch ist in diesem Kontext das Stichwort schlechthin. An Methoden der Kriminalprognose kann man diese aus mehreren Gründen nicht messen. Denken wir doch einmal an die TJVU, MIVEA und das Verhalten des Täters in SEINEN SOZIALEN BEZÜGEN. Das kann Eigenungsdiagnostik nicht leisten - das steht außer Frage. Aber Sie kann sich der Problematik bewusst werden, sie anerkennen. Doch wie gesagt: von einer Sensibilität für die anknüpfenden Fragestellungen und methodischen Probleme kann in der betriebswissenschaftlich und psychologisch geprägten Eignungsdiagnostik (meinen bisherigen Recherchen nach) überhaupt keine Rede sein. Eher im Gegenteil.
Eeine Eignungsdiagnostik ohne methodisches und fachliches Hintergrundwissen, das auch die Einflüsse des sozialen Kontexts, von Strukturen und Handlungsrestriktionen etc. anerkennt, sich ihrer begrenzen Reichweite nich bewusst ist und nicht an einer entsprechenden Weiterentwicklung arbeitet ist mE schlichtweg asozial und kann als verlängerter Arm der Interessen gewisser Gruppierungen in der Gesellschaft begriffen werden, der - und darum geht es - weitgehend unhinterfragt und unreflektiert - unser aller Leben und Wirtschaften in einem Ausmaß tangiert und steuert, dass es als mehr als verwunderlich erscheint, dass so derart wenig darüber debattiert und vor allem auch geschrieben wird, wie dies heute der Fall ist.
Verwunderlich ist insbesondere auch, dass dieses Gebiet für mich als Diplomand des Fachbereichs "Sozialstrukturanalyse und soziale Ungleichheit" schlichtweg fremd ist, niemals ein Ton über diesen zentralen Mechanismus im Prozess der Statuszuweisung und Selektion debattiert wurde. Die SSA ist von dieser Kritik insofern ebenfalls betroffen, schweigt sie sich doch aus und kaschiert die Problematik mit endlosen Debatten über Klassen, Schichten und sonstige Unwörtchen wie Individualsierung und Co., die irrsinnigerweise noch am ehesten dazu geeignet sind, die Problematik anzugehen und entsprechende Defizite aufzuweisen. De einzigen die dieses Thema zu interessieren scheint sind Bourdieu und sonstige als politisch verschrieene Kritiker wie auch Kreckel, während die selbst erkorene Fachwelt und intelllektuelle Elite schweigt und die Prinzipien der wirtschaftlichen Freiheit und Sachzwänge als Generalausreden bennutzt, um sich überhaupt nicht erst auf diese Debatte einzulassen.
Wer heute nicht aktives Lebenslauftuning betreibt, dem Leistungsprinzip fröhnt und immer fleißig mitarbeitet, sei es in Schule oder Uni, im Betrieb oder wenn möglich auch noch eherenamtlich, der wird vermittels eignungsdiagnostischer Methoden schlichtweg dequalifiziert, verunglimpft, zumindest übersehen, herabgestuft. Unabhängig von der Frage ob das motivierend ist und welchem Menschenbild dies Vorschub leistet - was bedeutet das für die Unternehmen und Betriebe, für die Zukunftzsfähigkeit der Gesellschaft, im Hinblick auf Chancengleichheit, Leistungsgerechtigkeit usw usf.? Persönliche Krisen etc. werden zu selbst zu verantwortenden Defiziten, während sich die Entscheidungsträger der Frage, inwiefern sie an deren Entstehung beteiligt sind, mittels fadenschinigen Versuchen der Individualisierung entziehen und eben damit bedingen, was sie selbst verunglimpfen.
Und dann noch dieses ganze Gerede von "sozialer Verantwortung", sei es im Bankenwesen oder an den Konzernspitzen. Solange soziale Verantwortung nichts zählt, sondern eher noch nachteilig ist, weil die ED schlichtweg blind für deren manifrste und insb. latente Ausprägungen ist, ist das nichts als Makulatur und wohlmöglich noch kontraproduktiv, insofern die Subekte wohlmöglich noch denken könnten, ihr ehrenamtliches Engagemnt würde gewürdigt, während sie sich gegen den Grundkurs betriebswirtschaftliche Grundlagen entscheiden.
Das Problem ist letztlich im Apparat selbst angelegt. Die ED stabilisert und bestätigt sich selbst und folgt primär ihren Bestandserhaltungsinteressen, ihrer Eigenlogik - und das unabhängig von der Frage ob die Verantwortlichen sich der Problematik bewusst sind und im Alltag dem Prinzip der wohlverdauten Bauchentscheidung fröhnen, das - wer hätte es gedacht - auf bürgerlichen Grundlagen ruht und für nichts anderes sorgt, als dass sich die bürgerliche Wohlstandsgesellschaft ständig selbst reproduziert und vermittels Sympathie und des Prinzips größtmöglicher Ähnlichkeiten dafür sorgt, dass alles beim Alten bleibt.
Pers.Entscheidungen müssen begründbar sein, rational, sich auf Kriterien stützen können, die intersubektiv nachvollziehbar sind und eine den Zielsetzungen entsprechende Selektion ermöglichen. Personalabteilungen stehen maW unter Begründungszwang. Und wer keine Gründe liefert, der hat sprichwörtlich gelitten. MaW: Personalarbeit ist Rechtsfertigungsarbeit, das Eignungsdiagnostik am ehesten noch eine Rechtfertigungslogik, die ihren Halt im Subjekt sucht, ihm seinen Erfog selbst überantwortet und damit eines der wesentlichen strukturprägenden Elemente darstellt, die unsere Gesellschaft charakterisieren. Schule und Ausbildung sind nicht als Vorstufen einer weitaus einflussreicheren, für das Subekt vorrangig virulenten Struktur, die mit dem sagenumwobenen Prinzip der Wissenschaftlichkeit und Sachlichkeit ebenso unvereinbar erscheint, wie mit rechtsstaatlichen Grundsätzen und all dem, was die bürgerlichen Analytiker der modernen Gesellschaft als wesentliche Strukturmerkmale oder what ever anerkennen und propagieren [...].
Fortsetzung folgt...