ich hab eine Frage zum Begriff der kommunikativen Rationalität bei Habermas bzw. allgemein zur Theorie des kommunikativen Handelns. Ich werde kurz meine Lesart darlegen und würde mich über Kritik und Anmerkungen freuen, es geht mir vor allem darum ob ich Habermas absolut nicht verstanden hab, falsch verstanden hab oder ob ich ihn zu stark ähm vulgarisiere(?)...
Also:
Es gibt prinzipiell drei Mittel/Möglichkeiten/Konzepte zur Handlungskoordination:
1.)Sanktionen
2.)Gratifikationen
3.)Verständigung
typische Medien der drei Konzepte:
1.)Macht
2.)Geld
3.)Verständigung
Bei den ersten beiden Möglichkeiten zur Handlungskoordination kommt zweckrationale Vernunft zum tragen, der einzelne kann Mittel einsetzen und diese können als mehr oder weniger rational betrachtet werden, jenachdem wie geeignet sie sind das ziel zu erreichen.
Im dritten Fall kommt kommunikatives (verständigungsorientiertes) Handeln zur Anwendung, dadurch das wechselseitig Geltungsansprüche akzeptiert werden müssen, und unter umstäden im Diskurs begründet werden müssen, ist man gezwungen nicht nur die mittel zu reflektieren sondern das ziel selbst.
Ordnung bzw. eine Gesellschaft die kommunikatives Handeln zur Reproduktion einsetzt, ist stabiler da man nicht ständig ressourcen braucht (zur gratifikation, sanktionierung) um Machtbeziehungen aufrecht zu erhalten. Bzw. Gesellschaft ist in vielen bereichen angewiesen auf kH, z.B. Lernprozesse?????
Kommunikative Rationalität ist deshalb keine Eigenschaft die ich einem subjekt zuordnen kann wie beim zweckrationaalen Handeln (jmd der geeignete mittel anwendet/findet um ein ziel zu erreichen ist/handelt vernünftig/rational), weil mindestens 2 Personen beteiligt sind die beide den geltungsaansprüchen zu stimmen müsssen, kommunikative rationalität ist also ein prozess?
Soweit meine rekonstruktion...Ich hoffe irgendwer kann mir ein stückweit durch den habermas dschungel helfen...