Danke für die tollen Isnspirationen Jeffrey.
Zu deiner 1. Frage:
Die VAE bieten sich deshalb so gut an, gerade WEIL sie eine Ausnahme darstellen. Aber in anderer Hinsicht als du glaubst. Ich kann schlecht "Arabien" untersuchen, weil dieser Ort zum einen nicht existiert und zum anderen nicht klar definiert ist. Außerdem sind, je nachdem was man als Gebiet dafür festsetzt, die Kulturen so unterschiedlich, dass eine wissenschaftliche Arbeit die das mit einem anderen Ort vergleicht unseriös wäre. Also ist die Beschränkung auf ein Land Pflicht (ich will nationale Kulturen vergleichen, daher die Pflicht). Und hierfür sind die VAE ideal. In den Emiraten bilden die tatsächlichen Staatsangehörigen die Minderheit (ca 20%). Innerhab dieser 20% sind ungefähr 10% indigen - also Beduinen - und 60% Araber, die im Zuge der Islamisierung zugezogen sind. Araber und Beduinen werden von den Emiraties selbst, gemeinhin als die Ureinwohner angesehen, als die tatsächlichen Emiraties also. Dadurch ergibt sich eine ganz eigene beduinisch-arabische Kultur. Die anderen 80% der VAE-Bewohner sind Gastarbeiter. Um nicht in eine wirtschaftliche und kulturelle "Kolonialisierung" zu fallen, berufen sich die Emiraties verstärkt auf ihre alten Kulturen und sind so näher zusammengerückt. Ich kann dort also am einfachsten, direktesten und "reinsten" forschen. Würde ich sagen wir mal Marokko als Objekt nehmen, hätte ich zwei komplett unterschiedliche Gruppen: die Berber und die Araber. Das gilt auch für die anderen Staaten, die in Frage kämen, sie sind zwei- bis vielvölker Staaten. Daher also ausgerechnet die Emiraties, die im Kern ihrer Kultur, ganz und gar nicht verwestlicht sind, und auf diesen Kern, also auf die Werte, kommt es mir an.
Zu deiner 2. Frage:
Bei meiner Aufzählung der Kulturdimensionen fehlen noch ganz andere Punkte, ich habe diese 4 rausgefischt, weil sich BRD und VAE gerade in diesen vier Ebenen am stärksten von einander unterscheiden.
Was die Religion betrifft, geh ich ganz konform mit Geert Hofstede: Ich sehe sie nicht als grundlegende Kulturdimension. Es gibt an allen möglichen Ecken und Enden dieser Welt verschiedene Variationen ein und der selben Religion (z.B. Evangelen und Katholiken, oder Shiiten und Suniten etc.pp.) dass es unlogisch erscheint, dass die Religionen die Werte (also den Kern der Kultur) definieren. Viel mehr ist es so, dass sich die Religion den bereits vorgefunden Werten angepasst hat. So ist z.B. alles was früher mal römisch war eher katholisch geprägt, wohingegen alles was germanisch war eher protestantisch geprägt ist. Da die Religion also die Kultur nicht definiert, sondern sich der Kultur anpasst und sie später auch hier und da beeinflusst (in dem Maße, dass sie bestimmte Sitten verstärkt, andere eher abschwächt, sie aber nie grundlegend definiert), denke ich nicht, dass die Religion eine wahre Kulturdimension darstellt. Deshalb fehlt sie in meiner Liste.
Nochmals danke für die vielen Inspirationen und Ideen.
LG