Hallo Studien- Kollegen/innen,
ich habe eine Hausarbeit über das chinesische Wirtschaftssystem schreiben müssen. Nun schickte mir mein Dozent die Arbeit zurück mit dem Hinweis, dass ich zu wenig Stellen als Zitate ausgewiesen hätte.
Nun ein Abschnitt der Arbeit bestand darin die Entwicklung des chinesischen Wirtschaftssystems aufzuzeigen und zu beschreiben. Natürlich habe ich diese Daten nicht alle selbst gewusst und musste diese zusammenfassen. Und natürlich kann es sein dass ich Satzfragmente übernommen habe.
Meine Frage ist nun ab wieviel Worten eines Satzes zitiert werden muss oder ob es überhaupt notwendig ist jeden einzelnen Satz auf diese Art zu prüfen.
Ich Danke für die Hilfe,
freundliche Grüße,
Pucher
Frage zur Zitierweise in wissenschaftlichen Arbeiten
(6 posts) (5 voices)-
Posted 1 year ago #
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Grundsätzlich müssen alle Aussagen, die inhaltlich oder wörtlich (und dann auf jeden Fall!) übernommen wurden, gekennzeichnet werden. Ausgenommen ist das, was im jeweiligen Fachkontext selbstverständliches Grundwissen darstellt. Es kann dabei natürlich sein, dass mal die eine oder andere Fussnote verrutscht oder beim Setzen verloren geht. Auch schwere handwerkliche Fehler sollen schon vorgekommen sein. Faustregel: Bei weniger als 1 Quelle pro Seite ist was im Busch!
Deine Daten wirst du doch irgendwo (=einer seriösen wissenschaftlichen Quelle), abgeschrieben haben, dann gib das doch als Quelle an und du bist aus dem Schneider.
Posted 1 year ago # -
nach nun 6 semestern erfahrung ein tip für hausarbeiten bzw. wissenschaftliches arbeiten:
- massiv quellen zitieren,
a) da stehen die meisten prüferInnen total drauf wenn 50 quellen auf 10 seiten verzeichnet sind (allein aufgrund der anzahl)
b) es werden - zumindest bei zwischenprüfungen - sicher nicht alle kontrolliert sodass bei größerer quellenanzahl auch die wahrscheinlichkeit steigt, dass eine nicht-valide quelle übersehen wird.ansonsten gilt (zumindest im bürokratischen deutschland) : lieber eine quelle zuviel als zuwenig. erst neulich hatte ich nur 2 wochen für ne hausarbeit. thema passte nicht zu mir, aber als BA brauchts ja kredite. also: 3 tage für inhalt verwendet, 10 tage für die form. am letzten tag nochmal den inhalt angeguckt. war irgendwie trotzdem inhaltlich schlecht (eigene einschätzung), note: 2,0.
ich würde es interessanter finden, wenn in deutschland weniger auf die form, mehr auf den inhalt geachtet werden würde. vielleicht ist das später im beruf so (i hope!). im studium - so kommts vor - ist der inhalt nahezu unwichtig, solange die form ok ist.
kommt mir natürlich gelegen: aber ich habe von mit-studierenden gehört, die auch heute noch comic sans benutzen...!? :-S
Posted 1 year ago # -
Dann werde ich mal den Rat befolgen. Nur bei dem Teilabschnitt bei dem ich zu wenig zitate eingefügt habe, es handelt sich wie beschrieben um die Entwicklung des chinesischen Wirtschaftssystems, sind die daten vorrangig historische daten, also fakten. Warum sollte ich diese zitieren?
An: Klowasser: ich denke der Inhalt ist immer noch wichtiger als die äußerliche Form. Wenn ich ehrlich bin verwende ich für die äußere Form höchstens 2 Tage und für den Inhalt 2 Wochen. Bisher hat es für die äußere Form gereicht, dis ist das erste mal dass etwas zum beanstanden gefunden wurde.
Außerdem ist es eine Grundregel die Arbeit nicht mit Zitaten zuzupflastern, man soll ja schließlich eigene Gedanken einbringen.Posted 1 year ago # -
Hallo Pucher,
dir ist aber schon klar, dass du nicht nur direkte Zitate sondern, wie "-" schreibt, auch Stellen, die du sinngemäß wiedergibst, gekennzeichnet werden müssen, also eine Quellenangabe erfolgen muss, wo du das gelesen hast? Du saugst dir die Arbeit ja nicht komplett aus den eigenen Fingern, sondern arbeitest mit Literattur, aus der du dein Wissen ja zu großen Teilen ziehst. Und eigene Gedanken einzubringen, klar ist das gut. Aber die Menge an eigenen Gedanken wird in Hausarbeiten nie und nimmer mehr Platz einnehmen als die Menge an Text, bei der du dich auf andere Literatur stützt und berufst.
Und zu deiner Frage, warum man auch "Fakten" mit Literaturverweisen belegen sollte? Tout est relatif! Selbst "Fakten", wie die gerade erst korrigierte Kinderarmutsquote der OECD für Dtld. zeigt, dass selbst vermeindliche Fakten manchmal revidiert werden müssen.
Posted 1 year ago # -
"""Meine Frage ist nun ab wieviel Worten eines Satzes zitiert werden muss oder ob es überhaupt notwendig ist jeden einzelnen Satz auf diese Art zu prüfen."""
Hast Du Dir jemals die Frage gestellt, warum überhaupt zitiert wird? Vielleicht erübrigt sich diese Frage dann.
Mann kann diesbezüglich an verschiedenenes denken, wie etwa an geistiges Eigentum, Nachrprüfbarkeit/Nachvollziehbarkeit oder auch den Nutzen für Dritte (Orientierung; wie findet man eigentlich Literatur; ich will das jetzt nicht ausufern lassen und schließe diese unvollständige Liste an dieser Stelle).
Und "Wissen" ist nicht nur "Eigenleistungen", bzw. "neue Kenntnisse und Fakten", sondern auch "neue" Zusammenfassungen von schon vorhandenen Quellen. Ohne diese wäre die Wissenschaft nicht da wo sie ist (obwohl sich über die Frage "wo steht die Wissenschaft/Soziologie" selbstverständlich streiten ließe)(vgl. Bell: nachindustrielle Gesellschaft).
Wie willst Du eigentlich etwas diskutieren, wenn Du keine Quellen benutzt? Und wie soll der Leser wissen wie Du zu Deinen Schlussfolgerungen kommst, wenn Du Deine Quellen nicht rausrückst?
Ganz pragmatisch gedacht: vergiss die Sache mit der "Eigenleistung" und Deiner eigenen Kreativität erst einmal. Das interessiert kein Schwein. Ob Du wissenschaftlich arbeiten kannst hingegen viel mehr als Du vielleicht annimmst...
Posted 1 year ago #
Antwort
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