ob das subjektiv ein wiederspruch ist - das ist sicherlich eine frage des individuellen wissenschaftverständnisses - und ich nehme an, dass der =B= insbesondere darin seine wirkung entfalten wird. ob wissenslücken in zeiten exponentiell wachsender bücherberge noch peinlich sind - ich weiß es nicht. der =B= aber könnte dem wohlmöglich ein wenig entgegenwirken.
wenn es nach mir ginge wäre ein abgeschlossene ausbildung ohnehin voraussetzung für ein studium. aber die welt tickt ja bekanntlich anders. sie will junge, frische arbeitnehmer - wenn´s sein muss auch ein paar zu viel davon.
was mir bei der lektüre aufgefallen ist, dass die =Bler= ein wenig unverkrampfter an die Sache herangehen und wohlmöglich gar ihren Spaß beim Schreiben haben. Manche würden meinen, dass sei obszön - ich hingegen denke, dass ein wenig Pragmatismus den jungen Menschen in dieser philosophisch hoch komplexen welt nicht schaden wird und trotz allem deutlich weniger Zeit für Emotionen und sonstige psychische Prozesse haben werden, als vorangegangene generationen.
ansonsten war für mich insb. auffällig, dass die komplexität des faches - gerade auch im hinblick auf interdisziplinäre verknüpfungen - ein wenig auß dem blick gerät. fast scheint es - und das ist mir angesichts der tatsache, dass mein studium aus einem kunterbundetn sammelsurium mehr oder minder zusammenhangsloser pflichlektüren bestand - als würden wieder allwissende bücher geschieben und die bibliotheken neuerdings Eintritt kosten?!
ich will nicht meckern, dafür bin ich viel zu sehr überzeugt davon, dass es nicht schlimmer werden kann, als es bisher schon war - nur anders schlimm. und die kleinen bachelors - die würde ich genauso anerkennen wie den dr. phil. Aber kann es sein, dass der =B= erhebliche Auswirkungen auf die Kräfteverteilung von Theorie und Empirie haben könnte? Dass zukünftige Generationen wohlmöglich tendenziell AdHoc-Forschung betreiben und sehr viel unvoreingenommener an ihre Untersuchungsgegenstände herangehen werden? Dass Einbußen insb. an Analysefähigkeit zu erwarten sind und statt dessen - auch schon im Studium - die Fähigkeit zu überzeugen und sich selbst als kompetent darzustellen an Bedeutung gewinnt?