Hallo,
ich möchte gerne meine BA-Arbeit zum Thema "von der Hausfrau zur Karrierefrau" schreiben, doch mir fällt keine gute Fragestellung ein wäre also für Anregungen dankbar.
Hallo,
ich möchte gerne meine BA-Arbeit zum Thema "von der Hausfrau zur Karrierefrau" schreiben, doch mir fällt keine gute Fragestellung ein wäre also für Anregungen dankbar.
Wieso beeinflusst die moderne Differenzung der Gesellschaft die Karriere (den Lebenslauf) einer Person und dadurch die Differenz der Geschlechter Mann/Frau (am Beispiel Hausfrau vs. Karrierefrau/man(n))? Achtung. Fragestellung ist Luhmann-kontextlastig und in ihr steckt auch ein Hauch Antwort auf eine scheinbar komplizierte Fragestellung. Das geht bestimmt einfacher ;-) War nur mal so ein schneller Gedanke...
ciao, Lutz
klint ja schon ganz nett. vonn der hausfrau zur karrierefaru. aber was zum teufel ist eine karrierefrau und was willst du betrachten? den geschlechtsrollenwandel?
recht interessant ist in diesem kontext eine eher politkwissenschaftliche perspektive, welche den sozialen wandel der geschelchtsrollen bzw. dessen "politische repräsentationen", also die politischen leitbilder, in den blick nimmt. schau dir zB mal die alte fassung des § 1356 BGB an, dann den neuen - und am ende den programmentwurf der "nachhaltigen familienpolitik" und speziell dessen "ökonomische fundierung" (effekt auf die erwerbsquote). man könnte fragen wie es dazu kam, welche ursachen diese entwicklung vorangetireben haben. oder noch ein wenig spezifizieren, aber das musst du schon selbst machen... (interessant ist ja auch zB, dass hier keineswegs ausschließlich von "freisetzung" im sinne becks die rede sein kann).
interessant sind natürlich auch die effekte von babypausen auf die "karriere".... aber das war es wohl eher ncht was du wolltest. oder?
anm.: der § 1356 BGB sah bis zum 1. EheRG 1976 vor, dass die frau nur ewt sein kann, wenn sie ihre familialen pflichten nicht vernachlässigt. und zum lesen: schau mal nach texten über den wandel im familien/eherecht von jutta limbach (ehem. präsidentin des BVG).
"mütter gehören an den herd!" war früher die leitlinie. dahinter wirkte die überzeugung, dass es fr die kindliche entwicklung (kindeswohl) am besten ist, wenn die mutter für sie sorgt. mal ganz davon abgesehen, dass eine egalitäre politik negative effekte auf den arbeitsmarkt (a-lose) gehabt hätte ... neben anderen faktoren hat u. a. diese politk (konservative fam.pol.) zur heutigen krise der familie beigetragen (strohmeier 2009, in. schneider: moderne familienpolitik). ganz im contrair wird heute vor allem die erwerbstätige mutter gefördert (BMFSFJ 2005: familie zwischen flexibilität und verlässlichkeit; das neue elterngeld; ausbau der kinderkrippen). die rede von "anreizen" - etwa schnell wieder auf den a-markt zurückzukehren - ist hier gang und gäbe. es ist da nicht verwunderlich, dass eine debatte um "wahlfreiheit" - vor allem vor ein paar jahren - entbrannt ist. die position stoibers dazu wurde gar ziemlich populär (vgl.http://www.welt.de/politik/deutschland/article825250/Stoiber_fordert_mehr_Geld_fuer_Hausmuetter.html). viele mütter wollen immer noch beim kind bleiben, mindestens drei jahre. die "norm der verantworteten elternschaft" beinhaltet entsprechende leitlinien [...]. es lässt sich fragen, ob heute also nicht das gegenteil gefordert wird, die VZ-erwerbstätige mutter. die karriererfrau. ebenso wenig verwunderlich ist es da, dass insb. die BR inzwischen darum bemüht ist, den mythos der abhängigkeit des kindeswohl von der präsenz der mutter (einstmals von insb. CDU/CSU propagiert und gestützt) zu dekonstruieren. auch hier hat sich die "leitlinie" verändert. neue studien (die wirklich fadenscheinig sind) scheinen zu belegen, dass "krippenkinder keine entwicklungsnachteile" haben.
nunja. schaut man sich zB mal das elterngeld an wird recht schnell klar, dass die anreize zur EWT heute tatsächlich erheblich sind, vor allem im verleich zu früheren maßnahmen. und wer sein kind nicht in die krippe gibt wird auch nicht gefördert. so einfach ist das. frau der leyen hat der "rabenmutter" (=erwerbstätige frau mit kind/ern) den kampf angesagt und einen politischen neuanfang eingeleitet. schaut man sich dagegen die positionen ihrer partei (sagen wir mal die mehrheitsmeinung) noch in den 90er jahren an, so erscheint dieser fundamentale wandel wirlich erklärungsbedürftig. und selbstverständlich lässt sich auch fragen, wo das noch hinführt. von einer benachteiligung der "karrierefrauen" (bzw. einer benachteiligung der frauen in punkto karriere) zu einer benachteiligung der "Hausfrauen"? interessenterweise sind ja gerade in deutschland die geschlechtsrollen bez. der aufgabenteilung immer noch vergleichsweise traditionalistisch und vor allem "ambivalent" (vgl. schneider: moderne familiensoziologie). die politik hat die bevölkerung inzwischen also "überholt", sie eilt der öffentlichen meinung voraus [..]. es deutet sich eine "reintegration" im sinne becks an, eine "oktroyierte modernisierung", deren folgen ebenso unabsehbar sind wie die zukünftige entwicklung der TFR.
Es wird nach meiner Auffassung auf die Beschreibung der Änderung der weiblichen Geschlechtsrollenkonstruktion (GRK) hinauslaufen. Was ich in diesem Zusammenhang für eine wichtige Fragestellung halte, ist v.a. die nach den Folgen. Exemplarisch möchte ich konkreter damit werden, welche Auswirkungen diese Änderung a) auf die Fertilität, b) auf die Scheidungsrate, oder c) auf die Familiengröße hat, was empirisch oder sekundärempirisch zu beantworten wäre. Dies sollen natürlich nur Anhaltspunkte für dich sein. Man könnte auch auf die Bedingungen abstellen, die den sozialen Wandel der GRK ermöglicht, befördert, konsolidiert und konserviert haben.
Die meisten Fragen werden nach meiner Ansicht beim Lesen von relevanter Literatur aufgeworfen. Ich empfehle in diesem Zuammenhang:
Hettlage, R.: Familienreport, (2. Auflage), München 1996
Peuckert, R.: Familienformen im sozialen Wandel, (2. Auflage), Opladen 1996
(darüber, ob es aktuellere Auflagen gibt, bin ich derzeit leider nicht im Bilde)
peuckert aktualisiert regelmäßig. letzte auffl. 2008! hettlage hingegen ist längst nicht mehr "up to date" - und war es vielleicht auch nie.
die diskussion der folgen ist vor allem mit dem problem behaftet, dass die isolierung des effekts der GR kaum möglich ist. auch ist es nicht gerade "PC" die "schuld" bei den frauen zu suchen [...], zumal das individuelle handeln im kontext der ges. rahmenbedingunenz zu sehen ist. die sinkende geburtenrate ... hat das streng genommen überhaupt etwas mit den GR zu tun? theoretisch schon. faktisch läuft es hier allerdings auf ein erklärungspatt zwischen (zumindest) veränderten lebensentwürfen und problemen bei der vereinbarkeit von familie und beruf hinaus [...]. insgesamt sollte man wenn man sich an ein solches thema heranwagt schon ein wenig "sattelsicherer" sein, bzw. das themenfeld einigermaßen überblicken können und sich insb. auch der problematik der operationalisierung bewusst sein.
recht interessant sind in diesem kontext ja brigens auch die für die männer resultierenden effekte. man könnte in diesem kontext fragen, welche konsequenzen aus den gewandelten lebensentwürfen der frauen für das männliche geschlecht resultieren und welche lösungen hier denkbar sind, wie diese entwickelt und umgesetzt werden. die "männliche" perspektive ist insgesamt chronisch untererntwickelt. es wird zB stets nach der wahlfreiheit der frauen gefragt. welche wahl die männer hingegen haben steht überhaupt nicht zur debatte. männliche erziehungsbereitschaft stößt ja auch immer noch auf erheblichem umsetzungsprobleme, welche sich sowohlim partnerschaftlichen, als auch im gesellschaftlichen kontext ergeben ;)
Wieso schreibt Isabella eigentlich nichts mehr zu Ihrem Thread?
tja .. an der alles entscheidenden frage "und wer passt jetzt auf den hubd auf?" sind bis dato alle gescheitert. ausnahmen bestätigen dabei nur die regel!
sorry ... sollte "hund" heißen!
Du musst angemeldet sein, um einen Beitrag zu schreiben.