oh je...
solange die soziologie selbst fachfremden, die sich in ihrem studium nur nebenbei mit soziologie beschäftogen müssen, mit weber und co erklärt wird, also äußerst unscharf und unverständlich, weltfremd und ohne praktische relevanzen, braucht sich "die soziologie" nicht zu wundern, dass ihr eine gewisse skepsis entgegenschlägt. oder: wie soll man ihren sinn verstehen, wenn sie selbst sich niht mal beschreiben, bzw. ihren gegensatnd benennen kann?
und angesichts der tatsache, dass es nicht mal "soziologen" gelingt, sich ggü. skeptikern angemessen zu erklären, ist auch ein gewisser "hochmut" selbiger durchaus angebracht.
ähnliches gilt auch für erklärungen wie von "-", der schlichtweg dazu neigt, den "sinn" der soziologie damit zu erklären, dass auch andere wissenschaften "soziologie" betreiben [...].
die frage "warum ist das so?" sollte ein "soziologe" m. E. spätestens nach der zwischenprüfung angemessen "erklären" können - denn schließlich ist eben das doch sein fachgebiet? allerdings sollte selbiger dabei nicht aus den augen verlieren, dass er noch nicht auf dem arbeitsmarkt steht... denn als student sieht die sache wirklich anders aus.
habt ihr den beide noch nicht an luhmann gedacht? jedes teilsystem erfüllt unverzichtbare funktionen? fassen wir es kurz: neben der wirtschaft gibt es noch andere teilsyseteme. und selbst wenn diese sich als wichtigstes gesellschaftliches system interpretiert - auch andere erfüllen "unverzichtbare beiträge" zum funktionieren der gesellschaft?
man sollte dumpfbacken nicht immer alles vorbeten - und eigentlich muss das ein jeder selbst verstehen. und man kann es "theoretikern", die sich nur mit luhmann und co und nie mit praktischen relevanzen, amtlicher berichterstattung und politikberatung befassen, vielleicht auch weder abverlangen, noch wirklich plausibel machen. doch wenn es um die "kohle" geht, hat der soziologe eigentlich gut lachen.
wie kann man XY verändern? die finanzmittel effektiv einsetzen? welche urachen liegen XY eigentlich zugrunde? und welche auswirkungen hat XYZ auf die zukünftige entwicklung?
es sind mE fragen wie diese, welhe ohne eine "soziologie" noch mehr als heute auf basis von mutmaßungen, ideologien und intutition "gelöst" würden. wer sich jemals mit dem demographischen wandel befasst hat, der kennt das problem vielleicht. also: die soziologie eignet sich hevorragend dazu, "soziale sachverhalte" zu ursächlich zu erklären. da sie dies kann vermag sie handlungsempfehlungen zu geben - und insbesondere auch für eine effiziente nutzung eingesetzer finanzmittel zu sorgen. auch kann sie plausible folgen zukünftiger entwicklungen frühzeitig diagnostizieren und so zur linderung und lösung der resultierenden probleme beitragen... etc. pp. die "ordnungsfunktion" sollte man dabei auch nicht vergessen, denn die soziologie kann durch ihre methodik etc. auch regeln und methoden der erkenntnisgewinnung angeben, sorgt für einen gewissen zwang zur systematik und fundierung etc.
in sachen marketing und kommunikation zB kann man als soziologe ja übrigens auch recht gut mitreden. und nicht selten sind die absolventen entsprechender studiengänge geradezu entsetzt, wenn man ihnen die komplexität der in ihren lehrbüchern zu patentrezepten verkürzten theoretischen ansätze aufzeigt, die hinter ihren oftmals fadenscheinigen aussagen stehen. der marketing-vollhorst etwa liegt schnell auf dem rücken wie kafkas käfer, wenn er mit fundiertem sozialstrukturellen wissen konfrontiert und mit ggf. resultierenden sparpotentialen konfrontiert wird. und ganz nebenbei: worauf beruhen eigentlich die ganzen vergötterten therien und forschungen? der unternehmensstratege hingegen denkt nicht selten zu systematisch und realitätsfern um zu kapieren, dass gewisse gesellschaftliche tatbestände nicht unveränderlich sind und auch sein unternehmen früher oder später auf geseamtgesellschaftliche entwicklungsprozesse reagieren muss. vollkommen dahin sind sie dann meistens insbesondere dann, wenn man sie mit der ambivalenz gewisser entwicklungen konfrontiert, die zumeist lediglich aus betriebswirtschaftlicher perspektive analysiert werden (wie... das hat gesamtgesellschaftlche folgen???).
dass das nicht alle von uns betrifft sollte einem jeden klar sein. und dass nicht jeder seinen beitrag leisten kann auch. es betrifft mehr eine minderheit derer, die sich "soziologen" schimpfen und triffft zudem auch auf andere wissenschaften zu.
ganz anders sieht die sache letztlich aus, wenn man den blick auf die individuen, die handlungssubjekte richtet. einerseits kann man sagen, dass die vorherrschaft der WIWI und REWI es dem soziologen schwer macht, seinen nutzen zu entfalten. die virurteile der betriebswirtschaftler sind insofern eine art selfulfilling prophecy!
und andererseits hingegen kann man auch u. a. davon ausgehen die mehrzahl zwar gewisse "patentrezepte" im kopf hat - aber schlichtweg zu ungebildet ist, zu wenig über die handlungsfelder weiß, nicht genug über politische/betriebswirtschaftliche steuerungsprozesse und entsprehende restriktionen, um letztlich wirklich "handlungsfähig" zu sein[...].
die debatte ist insgesamt sehr vielfältig, es gibt eine unzahl von relevanten perspektiven und anknüpfungspunkten. die frage nach dem nutzen der soziologie kann eben auch daher sehr unterschiedlich ausfallen. der student hinerftagt ihren sinn wohlmöglich gar nicht, oder redet sich ein, das richtige getan zu haben (vgl. theorie der kognitiven dissonanz). auch wird ihm deren nutzen ja ständig suggeriert. welhen nutzen sie für ihn selbst hat kann er jedoch eigentlich erst am ende seiner laufbahn sehen. eines scheint dabei klar: zur wertproduktion oder zu deren ralisierung wird man am ende kaum beigetragen haben. das ist schlichtweg eine fiktion. eine auf individuellen zieln und präferenzen basierende wunschvorstellungen, die sich der gegebenheiten/restriktionen der gelegenheitsstrukturen, der äußeren handlungsbedingungen, nicht bewusst ist.